Bremen, 4.Mai 2020. Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet seit letzter Woche auch ihren Versicherten mit Corona-Infektion oder Corona-Verdacht in Bremen eine ärztliche Fernbehandlung an. Alle TK-Versicherten mit entsprechenden Symptomen können sich nun an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr unter der Telefonnummer 040 - 46 06 61 91 00 beraten lassen. Bei Bedarf können die Versicherten sich in einem separaten Angebot, der TK-Onlinesprechstunde,  behandeln, Medikamente verordnen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen lassen. Für den direkten E-Rezept-Anschluss an die Apotheken kooperiert die TK mit dem Gesundheitsdienstleister NOVENTI.

Durchgängig digitaler Prozess

Susanne Klein, Leiterin der Techniker Krankenkasse (TK) Landesvertretung: "Gerade jetzt zeigen sich die Chancen der Digitalisierung. Mit dem Pilotprojekt der Fernbehandlung bilden wir erstmals eine komplette Behandlungskette von der Diagnose über die Krankschreibung bis hin zur Medikamentenbestellung in einem durchgängig digitalen Prozess ab. Patienten mit Corona-Verdacht können sich von Ärzten behandeln lassen, ohne sich selbst, die Praxismitarbeiter oder andere Menschen auf dem Weg zum Arzt anzustecken."

Wahl zwischen Rezept auf Papier oder elektronischem Rezept

Bei der TK-Onlinesprechstunde behandeln die Ärzte die Versicherten über die TK-Doc-App per Videotelefonie. Bei Arzneimittelverordnungen können die Versicherten zwischen einem klassischen Papierrezept und einem elektronischen Rezept wählen. Hierzu erhält der Versicherte einen QR-Code auf sein Smartphone, den er direkt an Apotheken weiterleiten kann. Durch den Botendienst der Apotheken ist auch eine Lieferung nach Hause inklusive einer kontaktlosen Übergabe des Arzneimittels möglich. Die TK unterstützt ihre Versicherten bei Bedarf mit einer speziellen Hotline, wenn sie eine der Apotheken mit Botendienst suchen, bei der sie auch digitale Rezepte einlösen können.

 Erfolgsmodell wird weiter ausgebaut

"Wir haben im vergangenen Jahr gute Erfahrungen mit dem elektronischen Rezept gemacht. Die können wir jetzt sehr gut für die aktuellen Herausforderungen der Corona-Krise nutzen. Wir arbeiten gerade daran, dieses Erfolgsmodell weiter flächendeckend mit zahlreichen Ärzten und Apotheken auszubauen", so Klein. Um den direkten E-Rezept-Anschluss der Arztbehandlung an die Apotheken sicherzustellen, haben die TK und NOVENTI eine gemeinsame Schnittstelle entwickelt, mit der bundesweit bis zu 7.000 Apotheken E-Rezepte erhalten und mit der TK abrechnen können.

Netzwerk offen für weitere Anbieter

Die technische Umsetzung des E-Rezepts liegt bei der Firma eHealth-Tec, mit der die TK bereits in einem Pilotprojekt in Hamburg erfolgreich zusammenarbeitet. Die TK ist mit weiteren Vor-Ort- und Versandapotheken sowie Apothekensoftware-Herstellern im Gespräch. Auch der einfache Anschluss von weiteren Arztpraxen über Standard-Praxissoftwaresysteme ist geplant.

Auf Wunsch auch elektronische Übermittlung der AU an die TK

Auch bei einer Krankschreibung erfolgt die Übermittlung an die TK auf Wunsch des Versicherten auf elektronischem Weg. Der Versand der Durchschläge für den Versicherten und den Arbeitgeber muss derzeit aus rechtlichen Gründen noch auf dem Postweg erfolgen.

Zur Nutzung der Onlinesprechstunde können Versicherte die TK-Doc-App kostenlos in dem Play Store von Google und dem App Store von Apple (in den kommenden Tagen) herunterladen und sich in der Onlinefiliale "Meine TK" authentifizieren. Für die Behandlung hat die TK einen Vertrag zur besonderen Versorgung mit der ife Gesundheits-GmbH im schleswig-holsteinischen Nehmten geschlossen.