Mainz, 20. März 2020. Aufgrund der kursierenden Corona-Pandemie bemühen sich viele Menschen, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Um Arztpraxen zu entlasten, aber auch um Patienten schnell und sicher Hilfe leisten zu können, sollte vermehrt auf digitale Möglichkeiten gesetzt werden, fordert der rheinland-pfälzische Landesvertretungsleiter der Techniker Krankenkasse (TK), Jörn Simon. "Videosprechstunden werden derzeit noch nicht so häufig durchgeführt, wie es die aktuelle Situation erfordert. Dabei stellt diese Art der Fernbehandlung gerade jetzt eine große Chance dar, um die Ansteckungsgefahr zwischen Arzt und Patient und im Wartezimmer zu umgehen“, betont Simon. Nachdem digitale Lösungen in der Gesundheitsversorgung lange Zeit nur zögerlich an Akzeptanz gewonnen hätten, stellten diese digitalen Angebote nun eine echte Alternative dar, ist der TK-Landeschef überzeugt.

Krankschreibung per Telefon 

Angesichts der Corona-Krise hatten sich vergangene Woche der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) darauf verständigt, dass Patienten nach ausschließlich telefonischer Rücksprache bei leichten Atemwegserkrankungen bis maximal sieben Tage krankgeschrieben werden können.

Beschränkungen für Videosprechstunde aufgehoben

Nun wurden auch Beschränkungen hinsichtlich der Videosprechstunden aufgehoben: "Bislang durften Ärzte und Psychotherapeuten lediglich 20 Prozent ihrer Patienten aus der Ferne behandeln und hierbei höchstens auch 20 Prozent ihrer Leistungen abrechnen. Diese Limitationen sind zunächst einmal für das 2. Quartal aufgehoben", bestätigt der TK-Landeschef. Ein Gespräch mit dem Arzt per Video sei nun für alle Indikationen möglich und auch ohne, dass zuvor ein persönliches Erstgespräch stattgefunden haben muss.