Mainz, 5. Februar 2021. Rheinland-pfälzische Haus- und Fachärzte bieten immer mehr Video-Sprechstunden an. Das ergaben Auswertungen von Abrechnungsdaten der Techniker Krankenkasse (TK), wie die TK-Landesvertretung heute in Mainz mitteilt. "Ohne die Corona-Pandemie hätte es sicherlich noch länger gebraucht, bis sich das digitale Angebot sowohl bei den Ärzten als auch bei den Patienten durchgesetzt hätte. In diesen schwierigen Zeiten mit Abstandsregeln und Kontaktvermeidung haben sich aber die Vorteile der Telemedizin klar gezeigt", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung. Im ersten Quartal 2020 wurden 107 rheinland-pfälzische TK-Versicherte ausschließlich per Video behandelt. Im zweiten Quartal verachtfachte sich diese Zahl bereits auf 891. 

Zahl der Video-Dienstanbieter stark gestiegen

Um Video-Sprechstunden anbieten zu können, benötigen Ärzte lediglich einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher, eine Internetverbindung sowie einen zertifizierten Video-Dienstanbieter. Hiervon gibt es derzeit 44 zugelassene Dienstleister, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung listet. Im Februar 2020 waren es erst 18 Anbieter.

Welchen Anbieter der Arzt nutzen möchte, kann er selbst entscheiden und seiner zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung melden. "Dann fehlt nur noch die Einwilligung des Patienten für die Teilnahme an der Video-Sprechstunde", sagt Jörn Simon.

Digitale Behandlungskette vervollständigen

Um die digitale Behandlungskette zu vervollständigen, müssen sich neben der Video-Sprechstunde auch das elektronische Rezept (eRezept) und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) etablieren. Was heute schon möglich ist, zeigt die TK mit ihrer TK-Online-Sprechstunde.

"Zumindest bei einigen Krankheitsbildern wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten bietet es sich künftig an, dass die Erkrankten das Krankenbett gar nicht mehr verlassen müssen. Etwa wenn sie in der Online-Sprechstunde ärztlich durchgecheckt werden, per eRezept und Bodendienst ihre Medikamente erhalten und zudem der Arbeitgeber per Knopfdruck von der Krankheit des Mitarbeiters erfährt. Das alles sind wichtige, weitere große Schritte in Richtung Digitalisierung der Gesundheitsversorgung", ist Simon überzeugt.

Hinweis für die Redaktion 

Die TK ermöglicht bereits heute ihren Versicherten über die TK-Doc-App die Nutzung des eRezepts bei teilnehmenden Ärzten. Auch bietet die TK ihren Versicherten die TK-Online-Sprechstunde an.