Saarbrücken, 26. September 2018. Die Nachbarn machen vor, wie es geht: Nachdem im Mai diesen Jahres die ausschließliche Fernbehandlung in bestimmten Fällen durch eine Änderung in der Berufsordnung der Bundesärztekammer ermöglicht wurde, hat vor Kurzem auch die Landesärztekammer in Rheinland-Pfalz nachgezogen. Dort ist nun in definierten Fällen ebenfalls eine Fernbehandlung ohne persönlichen Erstkontakt möglich. Das eröffnet in der Versorgung ganz neue Möglichkeiten - insbesondere für unterversorgte Regionen auf dem Land. Doch im Saarland hat sich bislang noch nichts getan. Die Saarländische Landesärztekammer berät dem Vernehmen nach Anfang 2019 über eine solche Änderung.

"Wenn das System der Fernbehandlung gut organisiert ist, kann es einen ganz neuen Sektor der Versorgung eröffnen. Gerade für Versicherte aus dem ländlichen Raum können lange Fahrtwege und teilweise auch Wartezeiten vermieden werden", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Besonders bei Fachärzten sehe er einen Vorteil durch die telemedizinische Versorgung. Er wisse aber auch, "dass telemedizinische Angebote den direkten Arzt-Patienten-Kontakt nicht komplett ersetzen können".

Anhörung im Landtag

An diesem Mittwoch, 26. September, war Groh als Vertreter der TK bei der Anhörung des saarländischen Landtages zum Thema „Stand und Entwicklungsperspektiven der Telemedizin im Saarland“ vor Ort. Dabei wurde auch die Fernbehandlung thematisiert. Die GKV brachte zur Vorbereitung auf diesen Termin eine gemeinsame Stellungnahme ein und hofft auf neuen Schwung in der Diskussion. Die Nachbarn aus Rheinland-Pfalz haben ja vorgemacht, wie es geht.