Saarbrücken, 5. Februar 2021. Video-Sprechstunden haben durch die Corona-Pandemie an enormer Bedeutung gewonnen. Während bei der Techniker Krankenkasse (TK) im vierten Quartal 2019 bundesweit gerade einmal 23 Versicherte ausschließlich per Video-Sprechstunden behandelt wurden, waren es im zweiten Quartal 2020 rund 19.700. Auch im Saarland sind die Nutzerzahlen im besagten Zeitraum stark angestiegen: An der Saar ließen sich noch im ersten Quartal 2020 nur zwei Versicherte ausschließlich über Video von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten behandeln. Im zweiten Quartal waren es schon 110 Versicherte. 

Vorteile auch nach der Pandemie

"Es ist gut und wichtig, dass die Video-Sprechstunde in Deutschland und dem Saarland eine immer größere Rolle für die Versorgung spielt. Sie bietet auch in normalen Zeiten einen deutlichen Mehrwert für die Patienten", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland und verweist auf den wegfallenden Anfahrtsweg und die geringere Ansteckungsgefahr in den Wartezimmern. Groh ist sich daher sicher: "Auch nach der Corona-Pandemie wird die Video-Sprechstunde ein fester Teil der Versorgungsstrukturen bleiben." Es sei dabei aber unabdingbar, dass Ärzte nach einer Video-Sprechstunde auch regelhaft Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Verordnungen ausstellen können. "Nur dann ist es für mich eine echte Fernbehandlung", so Groh weiter. "Dass das funktioniert, haben wir mit unserem Pilotprojekt Online-Sprechstunde schon bewiesen."

Im Rahmen des Projekts können sich Versicherte bei acht Krankheitsbildern vom grippalen Infekt und Magen-Darm-Infekt bis hin zu Migräne und Rückenschmerzen per Video behandeln lassen. Dabei können die Ärzte auch aus der Ferne Medikamente verordnen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen.

DVPMG sieht weitere Stärkung vor

Auch gesetzlich sollen die Video-Sprechstunden weiter gestärkt werden. So wurde vor Kurzem der Entwurf des dritten Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) im Kabinett beschlossen. Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem vor, dass Video-Sprechstunden auf Hebammen und Heilmittelerbringer ausgeweitet werden. Außerdem sollen Ärztinnen und Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit auch bei ausschließlicher Fernbehandlung ausstellen können.