Schwerin, 21. August 2018. Seit knapp zwei Jahren ist die Migräne-App bei betroffenen Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) im Einsatz. Eine Auswertung ergab jetzt, dass sich dadurch die Schmerztage deutlich reduzieren. So leiden die Nutzer dieser App im Schnitt rund drei Tage im Monat weniger an Kopfschmerzen als ohne Nutzung der App - durchschnittlich an 10 statt 13,3 Tagen im Monat (minus 25 Prozent).

Nahezu jeder dritte Erwachsene (29 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern leidet unter Migräne oder Kopfschmerzen. Das geht aus eigenen TK-Erhebungen hervor. Rund 600 Betroffene mussten sich wegen dieser Diagnose im Krankenhaus behandelt lassen. Frauen leiden häufiger als Männer.

Die Migräne-App wurde von der Schmerzklinik in Kiel entwickelt. Sie zielt darauf ab, dass die Patienten ihre Kopfschmerzen besser managen können. Schmerzkalender, progressive Muskelentspannung oder der beste Zeitpunkt für die Medikamenteneinnahme - wie ein Cockpit zeigt die Migräne-App dem Patienten, wo er gerade steht und was er in diesem Moment dagegen tun kann. Überschreitet der Nutzer beispielsweise die maximal erlaubte Akutmedikation von höchstens neun Tagen im Monat, erhält er einen Warnhinweis. Darüber hinaus kann ganz leicht ein Kopfschmerz-Logbuch für das Gespräch mit dem Schmerztherapeuten ausgelesen werden.

"Wir wollen unseren Versicherten verstärkt digitale Möglichkeiten anbieten. Damit die Patienten auch in ländlichen Gegenden unseres Bundeslands nicht abgehängt werden, brauchen wir eine Breitbandoffensive. Denn neben App-Angeboten bergen telemedizinische Verfahren das Potential, fachärztliche medizinische Leistungen per Internetverbindung in die Fläche zu transportieren", erklärt Maximilian Ziesche, Referent für Gesundheitswesen, von der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. "Dafür benötigen wir konstant hohe Internetgeschwindigkeiten, gerade abseits von Ballungsräumen."

Die Studie zur Migräne-App zeigt, dass es sich lohnt, auf die Chancen der Digitalisierung zu setzen und sie aktiv zu gestalten. In einem nächsten Schritt soll die App - wie alle anderen Online-Angebote der TK - mit der elektronischen Gesundheitsakte "TK-Safe" verknüpft werden. Darüber kann der Patient dem Arzt seine Daten, wenn er es möchte, direkt zur Verfügung stellen. Über die Akte könnten dann auch die Analysen und Verlaufskontrollen der App zu einer verbesserten Versorgung beitragen.

Hinweis für die Redaktionen

Für die aktuelle Studie wurden 1.464 aktive Nutzer der Migräne-App der TK online befragt. Die Befragten nutzen die App durchschnittlich seit rund 13 Monaten, sind im Schnitt rund 47 Jahre alt und leiden seit durchschnittlich 27 Jahren an Kopfschmerzen. Die Anwendung ist kostenlos zur Installation für iOS und Android verfügbar und wurde bereits rund 136.000 Mal heruntergeladen (Stand Juli 2018).

Weitere Informationen und Grafiken zur Migräne-App sind unter dem Webcode 985944 verfügbar. Informationen zur App und zum Thema Kopfschmerzen bietet auch die Website der Schmerzklinik Kiel.