Schwerin, 13. Januar 2020. Heute beginnt in Berlin der 10. Nationale Fachkongress Telemedizin. Unter dem Motto "Digital und kooperativ - Netzwerke statt Sektoren" lädt die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) Experten aus Gesundheitspolitik, Wissenschaft und Praxis zur Diskussion rund um telemedizinische Anwendungen im Gesundheitssystem ein. Zum zehnten Mal verleiht die DGTelemed auch ihren Telemedizinpreis. Er würdigt Institutionen, Einzelpersonen oder interdisziplinäre Arbeitsgruppen bzw. Projektinitiativen, die sich in besonderem Maße in der Telemedizin verdient gemacht haben.
"Gemeinsam mit unseren Partnern freuen wir uns, dass unser Projekt TeleDermatologie für diesen Preis nominiert wurde", sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der Techniker Krankenkasse (TK), Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. Und weiter: "Das ist ein Ritterschlag für dieses Projekt."

Die TeleDermatologie ist eins von acht Projekten, welches sich auf dem Kongress vorstellen darf und die Chance auf den Telemedizinpreis hat. Die Beiträge werden in zwei Stufen bewertet: Die Erstbewertung nahm die Jury im Vorfeld vor, die sich aus Vertretern des DGTelemed-Vorstands und des wissenschaftlichen Beirats der Gesellschaft zusammensetzte. Sie entschieden, welche sich auf dem Kongress dem Publikum zeigen dürfen.

Die nominierten acht Bewerber präsentieren sich an beiden Tagen mit einer Poster-Ausstellung. Am zweiten Kongresstag wird das Projekt in einem Kurzvortrag vorgestellt. Das anwesende Publikum ermittelt im Live-Voting den finalen Preisträger. Die Preisvergabe findet direkt im Anschluss statt. "Es bleibt bis zur letzten Minute spannend", so die TK-Chefin.

Innovationsfondsprojekt TeleDermatologie

Das Projekt TeleDermatologie verfolgt das Ziel, die Behandlung von Patienten mit Hauterkrankungen durch sektorenübergreifende und digitale Versorgungsstrukturen zu verbessern. Dazu wurde ein telemedizinisches Konsil zwischen Haus- und Fachärzten etabliert. Gerade die Dermatologie bietet sehr gute Voraussetzungen, die Telemedizin zu nutzen. Die teilnehmenden Ärzte nutzen dafür eine App, die Veränderungen der Haut abbildet. Anschließend leiten sie die Daten an die Dermatologie der Universitätsmedizin Greifswald oder an kooperierende niedergelassene Dermatologen weiter. Über diesen Weg zurück erfolgt die Behandlungsempfehlung.

Derzeit sind nahezu 100 niedergelassene Hausärzte aus dem ambulanten Sektor, jeweils zehn Dermatologen und Krankenhäuser sowie eine Rehaklinik aus Mecklenburg-Vorpommern an das System angeschlossen. Weitere Partner sollen folgen.

Dieses teledermatologische Projekt wird modellhaft angewandt. Es verbindet sektorenübergreifende Leistungserbringer und stellt den Versicherten in den Mittelpunkt. "Gemeinsam können wir mit neuen Ideen und Ambitionen die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung in diesem Jahrzehnt vorantreiben", erklärt Austenat-Wied.

Projektpartner sind die Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universitätsmedizin Greifswald (UMG), die Informations- und Kommunikationsgesellschaft mbH Neubrandenburg (Infokom) und das Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH (inav).