Saarbrücken, 16. November 2020. Als erste gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland bietet die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Versicherten ab sofort eine fachärztliche Online-Beratung bei Hautproblemen an. Dazu hat die TK einen Vertrag mit der Internetplattform OnlineDoctor geschlossen, die eng mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) zusammenarbeitet. Das teilt die TK mit. Die Versicherten schildern in einem strukturierten Fragebogen ihre Beschwerden und laden Fotos der betroffenen Hautstellen hoch. Innerhalb von 48 Stunden schätzt dann ein niedergelassener Hautarzt die Symptome ein und empfiehlt den Versicherten eine Therapie. Derzeit bieten bundesweit mehr als 200 Dermatologen ihre Expertise auf der Plattform an. 

Sichere Behandlung auch ohne persönlichen Kontakt

"Nicht nur, aber gerade zu Zeiten des Corona-Virus kann der Online-Hautcheck eine sinnvolle Alternative zum Praxis-Besuch beim Dermatologen sein", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland und ergänzt: "Die Versicherten können dabei jederzeit ihre Beschwerden schildern und erhalten innerhalb von 48 Stunden eine sichere Handlungsempfehlung. Zusätzlich entfallen auch Anfahrt und Wartezeit. Das ist natürlich sehr komfortabel." Die Anweisungen der Ärzte erhalten die Patienten per Zwei-Faktor-Authentifizierung. Den Link dazu erhalten sie per Mail und per SMS einen Freischaltcode.

Der neue Online-Dienst ist für die Versicherten unter www.tk.de (Suchnummer 2094806) verfügbar. Zur Nutzung müssen sie dem Dienstleister lediglich ihren Namen, Versichertennummer und einige Kontaktdaten angeben sowie ein Foto ihrer Versichertenkarte hochladen. 

Im Saarland bisher erst zwei Ärzte dabei

Dr. Dirk Hasselmann aus Homburg ist einer der beiden saarländischen Dermatologen, die Teil der Plattform sind. Er ist seit diesem Frühjahr dabei: "Während der ersten Corona-Welle erreichten uns unheimlich viele Anfragen per Telefon und Mail, teilweise sogar mit Bildern. Das war natürlich nicht datenschutzkonform. Daher habe ich einen sicheren Weg zur Kommunikation gesucht und mit OnlineDoctor gefunden", erklärt Hasselmann, der die Vorteile vor allem in der schnellen und einfachen Kommunikation sieht. Allerdings sieht er auch noch Kritikpunkte: "Wir bekommen immer wieder Bilder, die nicht scharf genug sind oder drei Mal die selbe Perspektive zeigen. Teilweise fehlen sogar die Angaben zu den Symptomen", bemängelt er. Darauf müsse aber jeder Patient auch selbst achten. „Im Zweifelsfall bitten wir die Patienten um weitere Informationen oder einen Besuch in unserer Praxis“, sagt der Dermatologe. 

Insgesamt sieht er die über die Plattform mögliche Ersteinschätzung positiv: "Wir können den Patienten so eine Entscheidungshilfe mit auf den Weg geben. Das Projekt ist ein weiterer Schritt und Baustein in die Richtung einer gut funktionierenden Telemedizin in Deutschland und auch dem Saarland", fasst Hasselmann zusammen.

Kooperation macht die Plattform attraktiver für Patienten und Ärzte

Über 20.000 Patienten haben bisher die Dienste von OnlineDoctor als Selbstzahler genutzt. Die Deutschland-Geschäftsführerin des Plattformanbieters OnlineDoctor, Leonie Sommer, sagt: "Ich freue mich, dass wir die TK mit ihren 10,7 Millionen Versicherten von uns überzeugen konnten. Für uns ist das ein toller Erfolg und ein Durchbruch für unser Geschäftsmodell." Mit der steigenden Kundenzahl werde es auch für mehr niedergelassene Vertragsärzte interessant, teledermatologische Beratung über die Plattform anzubieten.