Mainz, 23. Februar 2021. Telemedizinische Psychotherapien haben aufgrund der Corona-Pandemie einen enormen Zuwachs erfahren. Das ergeben Auswertungen von Abrechnungsdaten, wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) heute bekanntgegeben hat.

Versiebenfachung vom ersten auf das zweite Quartal

"Die Pandemie hat dazu geführt, dass wir in Rheinland-Pfalz im zweiten Quartal 2020 mehr als siebenmal so viele Video-Psychotherapien hatten wie im ersten Quartal", erklärt TK-Landesvertretungsleiter Jörn Simon. So wurden in den ersten drei Monaten 2020 lediglich 968 psychotherapeutische Videosprechstunden abgerechnet, von April bis Juni bereits 7.053. "Die digitale Psychotherapie bietet sowohl für den Patienten als auch für den Arzt beziehungsweise Therapeuten einen großen Vorteil. Die Ansteckungsgefahr entfällt und die Therapie kann jederzeit von jedem Ort aus durchgeführt werden", erklärt Simon. Auch wenn diese Therapieform nicht für alle Erkrankungsformen und Patienten geeignet sei, bietet sie doch viele Vorteile. 

Verzögerte Datenübermittlung nicht zu rechtfertigen

"Es wäre interessant zu sehen, wie die Entwicklung in 2020 weiterging, aber leider stehen uns die Abrechnungsdaten teilweise erst neun Monate später zur Verfügung. Dafür gibt es heutzutage dank Digitalisierung keinen vernünftigen Grund. Das könnte alles viel schneller gehen und hier müssen wir dringend etwas ändern", kritisiert Simon. Das habe auch die Corona-Pandemie gezeigt, wo Krankenkassendaten etwa für die Ermittlung von Anspruchsberechtigten von Schutzmasken nicht tagesaktuell zur Verfügung standen.