Kiel, 26. August 2020. Das schleswig-holsteinische Projekt "Telemedizin im ländlichen Raum" hat den dfg-Award 2020 des Dienstes für Gesellschaftspolitik (dfg) in der Kategorie "Herausragende digitale Versorgungsmodelle im Gesundheitswesen" gewonnen. 

Mit dem Projekt der Techniker Krankenkasse (TK) und ihrer Vertragspartner - der Gesellschaft für integrierte ophthalmologische Versorgung Schleswig-Holstein (GIO), der Ärztegenossenschaft Nord, dem Hausärzteverband Schleswig-Holstein sowie dem Institut für Allgemeinmedizin am UKSH in Lübeck - wird durch telemedizinische Anwendungen die medizinische Versorgung im Norden weiter verbessert. Das Land Schleswig-Holstein fördert das Projekt aus dem Versorgungssicherungsfonds. 

"Ich freue mich, dass unser gemeinsames Projekt 'Telemedizin im ländlichen Raum' diese Auszeichnung erhält. Das zeigt mir, dass unsere Vertragspartner und wir auf dem richtigen Weg sind, denn Digitalisierung und Telemedizin werden in Zukunft fester Bestandteil in der medizinischen Versorgung der Patienten sein", sagt Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. 

Gesundheitsminister Heiner Garg betont: "Aus guten Gründen fördern wir dieses Projekt der Techniker Krankenkasse. Telemedizin im ländlichen Raum ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Ärztinnen und Ärzte entlastet werden können und gleichzeitig die Versorgung in der Fläche gestärkt werden kann, wovon vor allem die Patientinnen und Patienten profitieren. Ich freue mich sehr, dass das Projekt diese bedeutende Auszeichnung erhält."

Fachärztliche Expertise via Telemedizin

Dank des Projektes "Telemedizin im ländlichen Raum" können mehrere hausärztliche Praxen im Beisein des Patienten mithilfe von Videotelefonie auf die fachliche Expertise einer Praxis für Augenmedizin in Rendsburg zugreifen. Darüber hinaus können die Hausärzte bei Bedarf einen Befund mit einer Dermatologin im Rahmen eines Telekonsils abklären. Durch das Nutzen von digitaler ärztlicher Konsultation bleiben Patienten lange Anfahrtswege und Wartezeiten beim Spezialisten erspart. Die Ärzte können zudem ihre Arbeitszeit effektiver einsetzen.

Tele-Arzt-Rucksack sorgt für Unterstützung der Allgemeinmediziner

Der Einsatz des Tele-Arzt-Rucksacks ist ebenfalls Teil des ausgezeichneten Projektes. Speziell ausgebildete Medizinische Fachangestellte - zum Beispiel Nicht-ärztliche Praxisassistentinnen (NäPas) oder Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAHs) - verwenden den Rucksack zur Übermittlung von Vitaldaten, die sonst in den teilnehmenden Hausarztpraxen erhoben werden müssten. Hausbesuche können die Fachangestellten selbst übernehmen und beispielsweise ein EKG durchführen oder den Blutdruck messen. Diese Daten werden dann in die Praxis übermittelt. Bei Bedarf ist auch ein Videokontakt zu dem behandelnden Arzt über ein Tablet möglich, welches ebenfalls Teil des Rucksacks ist. 

Die Übergabe des dfg-Awards an die Preisträger wird am 2. Oktober dieses Jahres in Hamburg erfolgen.

Weitere Informationen zum Behandlungsangebot unter tk.de .