Was die Telemedizin konkret leisten kann wird sichtbar bei zwei gemeinsam von der Techniker Krankenkasse (TK) und dem Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) durchgeführten Projekten. Dabei werden derzeit über 500 TK-versicherte Patienten mit der Lungenkrankheit COPD und mit Herzschwäche vom Telemedizinischen Zentrum des RBK betreut. 

Medizinische Daten gehen via Tablet an das RBK

Im Lauf ihrer rund ein Jahr dauernden Teilnahme an dem Projekt leiten die Patienten über ein Tablet medizinische Daten wie Gewicht, Blutdruck oder Puls an das RBK und geben via Online-Fragebögen Informationen zu ihrem Gesundheitszustand. Im RBK werden die Werte von erfahrenen Fachkräften geprüft. Bei Auffälligkeiten nehmen sie Kontakt mit den Patienten auf und raten bei größeren Problemen zu einem Arztbesuch. 

Risiken können frühzeitig erkannt werden

"Durch das Monitoring können wir Risiken frühzeitig erkennen und bei Bedarf sofort gegensteuern,  wenn sich eine Verschlechterung andeutet", sagt Benjamin Finger, Leiter des Telemedizinischen Zentrums am RBK. Dazu zählen derzeit insbesondere Symptome von Covid-19, die für chronisch kranke Lungen- oder Herzpatienten besonders gefährlich sind. Zudem erhalten die Patienten über das Tablet umfangreiche Schulungsunterlagen zu ihrer chronischen Erkrankung. 

Behandelnde Ärzte werden mit eingebunden

Die Patienten sind zwischen 40 und 80 Jahre alt und werden von der TK aus ganz Deutschland anhand medizinischer Kriterien ausgewählt - die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Wichtig für die Akzeptanz des Programms bei den Patientinnen und Patienten ist laut Finger, dass die behandelnden Ärzte nicht außen vor gelassen werden, sondern mit eingebunden sind: Telemedizin und klassische Behandlung vor Ort sind keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich im Idealfall.

Informationsaustausch führt zu besserem Gesundheitsverhalten

Zu welchen Verbesserungen für die Patientinnen und Patienten die Telemedizin führen kann, wird bei den beiden Projekten in Stuttgart deutlich - nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie. Eine Befragung unter über 100 COPD-Patienten hat ergeben, dass infolge des kontinuierlichen Informationsaustauschs zwei Drittel mehr auf die korrekte Einnahme von Medikamenten achten und jeder Vierte mit dem Rauchen aufgehört hat.  

Weniger Sterbefälle und Klinikaufenthalte

Für das Telemedizin-Projekt Herz liegt noch keine Evaluation vor. Doch ein vergleichbares Projekt an der Berliner Charité hat gezeigt, dass sich die Zahl der Sterbefälle und Krankenhausaufenthalte um rund ein Viertel verringert hat.ds

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Zwei Präsentationen geben weiteren Einblick in das digitale Gesundheitswesen in Baden-Württemberg und in die Telemedizinischen Projekte am Robert-Bosch-Krankenhaus.