Die Universitätsklinik der RWTH Aachen und das Universitätsklinikum Münster stellen im Rahmen von TELnet@NRW ihr Expertenwissen aus der Intensivmedizin und der Infektiologie allen Kliniken in NRW rund um die Uhr zur Verfügung. Dafür werden meist kurzfristige Televisiten und Expertenchats eingesetzt. Dank der positiven Erfahrungen wird Telnet@NRW als erster Baustein für das "Virtuelle Krankenhaus" in NRW eingesetzt. 

Blaupause für sektorübergreifende Versorgung

In der Projektphase bis Ende 2019 nutzten 17 Krankenhäuser aus den Regionen Aachen und Münster sowie die Praxisnetze MuM (Medizin und Mehr eG) aus dem westfälischen Bünde und das Gesundheitsnetz Köln-Süd e. V. die Expertise der Telemedizin-Zentren der beiden Universitätskliniken. "TELnet@NRW hat gezeigt, wie neue Kooperationsformen vor allem innerhalb des stationären Sektors, aber auch zwischen ambulantem und stationärem Bereich im Gesundheitswesen heute funktionieren können - digital und sicher. Es ist ein transferierbares Konzept, das auch für andere Gebiete der Spitzenmedizin zum Einsatz kommen kann und wird ", so die Überzeugung von Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung NRW.

Zu diesem Ergebnis ist auch der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) gekommen. In der Sitzung am 16. April hat der zuständige Innovationsausschuss daher beschlossen, TELnet@NRW in die Regelversorgung zu überführen.

Per Videochat an das Krankenbett

Konkret schalten sich die Experten beispielsweise per Videochat direkt an das Krankenhausbett und unterstützten ihre Kollegen in der jeweiligen Behandlungssituation mit ihrem Wissen, um eine optimale Behandlung zur erreichen. Im Rahmen der Projektphase profitierten mehr als 10.000 Patienten von dem Telemedizin-Netzwerk. Im gleichen Zeitraum fanden mehr als 1.000 Televisiten statt. 

Konsortial- bzw. Kooperationspartner bei TELnet@NRW waren die Techniker Krankenkasse (TK), die Krankenhausgesellschaft NRW, die Ärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein sowie ein Evaluationsverbund, bestehend aus der Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH in Bochum und der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld.