Düsseldorf, 23. Februar 2021. Die Corona-Pandemie sorgt deutschlandweit für einen enormen Anstieg bei den per Videokonferenz erbrachten Psychotherapien. Das hat die Techniker Krankenkasse (TK) bei einer Auswertung ihrer Abrechnungsdaten herausgefunden. Innerhalb von Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es allerdings große Unterschiede. Während in Nordrhein vom ersten zum zweiten Quartal 2020 die Anzahl der Online-Therapiestunden bei TK-Versicherten um das 17-fache stieg, kam Westfalen-Lippe auf das Siebenfache.

Nordrhein bundesweit Spitzenreiter

Die Nordrheiner sind damit auch bundesweit Spitzenreiter, die Westfalen knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung in NRW erklärt: "Viele Menschen haben Angst vor Ansteckung und meiden während der Corona-Pandemie Termine außer Haus. Eine Unterbrechung der Therapie ist oft problematisch und für die Menschen sehr belastend. Zwar sind die virtuellen Termine nicht für jede Patientengruppe und bei allen Krankheitsbildern geeignet, aber in vielen Fällen eine schnelle und unkomplizierte Behandlungsalternative."

Neun Monate für Datenübermittlung zu lang

Für das zweite Halbjahr 2020 liegen den Kassen die Daten für die ambulante Versorgung noch nicht vor. Auch in Zeiten der Digitalisierung braucht es immer noch acht bis neun Monate bis Krankenkassen die Abrechnungsdaten von Ärzten und Therapeuten erhalten. "Schon seit längerer Zeit wünschen wir uns, dass der Gesetzgeber die Fristen anpasst, damit eine  tagesaktuelle Übermittlung der Versorgungsdaten ermöglicht wird", sagt Steffens. "Nur so erhalten wir eine aktuelle Übersicht über die die ambulanten Behandlungen und können unsere Versicherten gerade auch in Zeiten der Pandemie zügig unterstützen."