Saarbrücken, 23. Februar 2021. Die Corona-Pandemie sorgt für einen drastischen Anstieg bei den per Videotechnik erbrachten Psychotherapien. Das hat die Techniker Krankenkasse (TK) bei einer Auswertung ihrer Abrechnungsdaten herausgefunden. Mit dem Ausbruch der Pandemie ist die Zahl der Video-Therapiestunden im Saarland um über 830 Prozent gestiegen. Wurden im ersten Quartal des vergangenen Jahres gerade einmal 158 Therapiestunden bei den TK-Versicherten abgerechnet, waren es im zweiten Quartal schon 1.472. Bundesweit stiegen die Zahlen in diesem Zeitraum von knapp 29.000 auf 228.000 Stunden.

"Es ist wichtig, dass die Patientinnen und Patienten ihre Therapie auch in der Pandemie fortsetzen können, völlig ohne Ansteckungsgefahr. Daher ist diese Entwicklung zu begrüßen", sagt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung, und ergänzt: "Die Videotechnik ist zwar nicht bei allen Krankheitsbildern einsetzbar, bietet aber häufig viele Vorteile." Deshalb werde sie auch in Zukunft ein wichtiger Baustein der Versorgung bleiben.

Tagesaktuelle Datenübermittlung ist überfällig

Wie sich die Zahlen im weiteren Verlauf der Pandemie entwickelt haben, ist leider noch unklar. Den Krankenkassen liegen für das zweite Halbjahr 2020 noch keine Daten für die ambulante Versorgung vor. 

"Im digitalen Zeitalter, in dem wir uns nun mal befinden, ist es nicht rational erklärbar, warum das Melden der Daten von den Arztpraxen bis zu den Krankenkassen über acht Monate dauert", sagt Groh. "Gerade die Pandemie zeigt, dass wir die Daten schneller benötigen. Es braucht also zügig angepasste Fristen."