Schwerin, 25. Januar 2021. Niedergelassene Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern bieten deutlich zunehmend mehr Video-Sprechstunden an. Das meldet die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Schwerin unter Berufung auf eigene Datenauswertung. "Wir sind selbst beeindruckt, wie sehr sich dieses Angebot dynamisiert hat", sagt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern. "Die Telemedizin hat durch Corona einen enormen Schub erfahren." Im ersten Quartal 2020 wurden 528 TK-Versicherte in Mecklenburg-Vorpommern ausschließlich per Video behandelt. Aber schon im zweiten Quartal des gleichen Jahres stieg die Zahl auf  1.119.   

Um eine Video-Sprechstunde durchzuführen, benötigen Ärzte einen zertifizierten Video-Dienstanbieter. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung führt aktuell eine Liste mit rund 45 zugelassenen Anbietern. Auch bei diesen Anbietern hat es einen Boom gegeben. Noch im Februar 2020 umfasste die Liste 18 zertifizierte Videodienste. Die Auswahl des Anbieters treffen die Ärzte selbst und teilen dies der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommern mit. Die Praxen benötigen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. "Natürlich muss auch der Patient für die Video-Sprechstunden seine Einwilligung geben", erklärt die TK-Landeschefin.

Aus Sicht der TK in Mecklenburg-Vorpommern sollte sich in diesem Jahr auch das elektronische Rezept (eRezept) im Gesundheitswesen etablieren. "Die Video-Sprechstunde in Kombination mit dem eRezept würde eine vollständig digitale ärztliche Behandlungskette ermöglichen", meint Austenat-Wied.

Unabhängig vom Infektionsschutz bietet die Video-Sprechstunde viele Vorteile. Die Patienten ersparen sich lange Anfahrtswege und Wartezeiten. Aber auch die Ärzte sind flexibler und können ihren Praxisalltag leichter organisieren. Austenat-Wied ist sich sicher, dass auch nach der Corona-Pandemie die Patienten künftig dieses Angebot nutzen werden. "Es bringt allen Seiten Erleichterung."

Hinweis für die Redaktion

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Ärztekammer im November 2019 die Berufsordnung des Fernbehandlungsverbots geändert und damit den Weg für Video-Sprechstunden frei gemacht.