Düsseldorf, 9. Februar 2021. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein-Westfalen (NRW) bieten deutlich mehr Video-Sprechstunden an. Nach aktuellen Daten der Techniker Krankenkasse (TK) wurden 267 TK-Versicherte im ersten Quartal 2020  ausschließlich per Video behandelt. Drei Monate später stieg die Zahl auf 3.019. Im gesamten Jahr 2019 waren es exakt zwei Versicherte. "Wir sind selbst beeindruckt, wie sehr sich dieses Angebot dynamisiert", sagt Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung NRW. "Die Telemedizin hat durch Corona einen enormen Schub erfahren." 

Um eine Video-Sprechstunde durchzuführen, benötigen die Mediziner einen zertifizierten Video-Dienstanbieter. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung führt aktuell eine Liste mit rund 45 zugelassenen Anbietern. Die Praxen benötigen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. "Natürlich müssen auch die Patientinnen und Patienten für die Video-Sprechstunden ihre Einwilligung geben", betont die TK-Landeschefin. 

Aus Sicht der TK sollte sich in diesem Jahr auch das elektronische Rezept (eRezept) im Gesundheitswesen etablieren. "Die Video-Sprechstunde in Kombination mit dem eRezept ermöglicht erstmals eine vollständig digitale ärztliche Behandlungskette", erklärt Steffens. 

Unabhängig vom Infektionsschutz bietet die Video-Sprechstunde viele Vorteile. Patienteninnen und Patienten ersparen sich lange Anfahrtswege und Wartezeiten. Aber auch die Ärztinnen und Ärzte sind flexibler und können ihren Praxisalltag leichter organisieren. Steffens ist sich sicher, dass auch nach der Corona-Pandemie dieses Angebot offensiv genutzt wird. "Es bringt allen Seiten Erleichterung."