München, 5. Februar 2021. Video-Sprechstunden boomen während der Pandemie in Bayern. Die Nutzerzahlen haben sich im vergangenen Jahr innerhalb von drei Monaten verzwölffacht. Im ersten Quartal haben sich 424 TK-Versicherte in Bayern von ihrer niedergelassenen Ärztin oder ihrem niedergelassenen Arzt ausschließlich über Video-Sprechstunden behandeln lassen. Im zweiten Quartal waren es schon 5.167 Versicherte. "Jeder vierte TK-Versicherte, der die Video-Behandlung einer Praxis genutzt hat, kommt aus Bayern", so Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. Bundesweit wurden im zweiten Quartal 19.701 Versicherte ausschließlich per Video behandelt. 

Video-Sprechstunden helfen bei Kontaktbeschränkungen

"Die Video-Sprechstunde etabliert sich immer mehr im Flächenstaat Bayern", sagt Bredl. "Die Menschen im Freistaat erkennen, dass sie mit dieser Behandlungsform noch besser die Vorgaben in der Corona-Pandemie erfüllen können." Außerdem schätzen sie die vielen Vorteile wie Abstand halten, keine Kontakte auf dem Weg zum Arzt oder im Wartezimmer und keine belastenden Fahrten mit angeschlagener Gesundheit.  

Vision der Bürger: 2026 wird Online-Kommunikation mit Arzt selbstverständlich sein

Die bayerischen Bürger waren dabei der Politik voraus. Bereits bei der TK-SmartHealth-Studie im Jahr 2016 sagten acht von zehn erwachsenen Befragten in Bayern, dass in zehn Jahren die Online-Kommunikation mit der Arztpraxis selbstverständlich sein wird.

"Die digitale Behandlungskette nimmt - wie von den Bürgern vorhergesehen - immer mehr Gestalt an", sagt Bredl. "Derzeit setzen wir das Projekt 'eRezept Deutschland' um, bei dem die TK und weitere Kassen ihren Versicherten die Option bieten, bei den teilnehmenden Vertragspartnern das elektronische Rezept zu nutzen." 

Schub durch drittes Digitalgesetz erwartet

Nach Ansicht des TK-Bayernchefs werde das derzeit geplante dritte Digitalgesetz nochmal einen kräftigen Schub geben. Das Bundeskabinett hat am 20. Januar den Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) beschlossen. Das Gesetz soll Mitte des Jahres in Kraft treten. 

Es sieht unter anderem mehr Telemedizin vor. Beispielsweise sollen Video-Sprechstunden auf Hebammen und Heilmittelerbringer ausgeweitet und eine moderne Vernetzung im Gesundheitswesen geschaffen werden. Außerdem sollen Arztpraxen Bescheinigungen zur Arbeitsunfähigkeit auch bei ausschließlicher Fernbehandlung ausstellen können. Die erste Lesung im Bundestag ist am 26. März 2021 geplant. 

Hinweis für die Redaktion

Hier finden Sie den Studienband "Smart Health - Wie smart ist Deutschland?  TK-Studie #SmartHealth (PDF, 676 kB) .

Hier gibt es alle Infos zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung , zum eRezept und zu den digitalen TK-Angeboten .