Hannover, 23. Februar 2021. Deutlicher Anstieg in Niedersachsen: Fast um das Neunfache sind die per Videotechnik erbrachten Psychotherapiestunden in der Corona-Pandemie gestiegen. Das zeigen die Auswertungen der Abrechnungsdaten der Techniker Krankenkasse (TK). Während im ersten Quartal des vergangenen Jahres noch 1.222 Therapiestunden abgerechnet wurden, waren es im zweiten Quartal 2020 bereits 11.884 Stunden. Das entspricht einer Steigerung von 873 Prozent.

Dirk Engelmann, Leiter der TK-Landesvertretung in Niedersachsen: "Glücklicherweise haben Betroffene heute in der Pandemie Zugang zur Behandlung im Rahmen von Videosprechstunden. Notwendige Therapiegespräche sind so in vielen Fällen ohne Infektionsrisiko schnell, unkompliziert und auch über größere Entfernungen möglich. Die massive Steigerung zeigt insgesamt den Bedarf an digitaler Therapieunterstützung dort, wo es fachlich möglich und sinnvoll ist."

Niedersachsen ist neben Nordrhein-Westfalen und Thüringen in der Spitzengruppe der Länder mit der größten Zunahme an Videosprechstunden in der Psychotherapie.

TK fordert schnellere Übermittlung der Versorgungsdaten

Leider liegen der TK für das zweite Halbjahr 2020 noch nicht die Daten für die ambulante Versorgung vor, da die Abrechnungen acht bis neun Monate brauchen, bis sie zur Verarbeitung in den Rechenzentren der Krankenkassen vorliegen. Dazu Dirk Engelmann: "Der Gesetzgeber ist hier gefordert, entsprechende Vorgaben zu schaffen. So könnten Prozesse mit dem Ziel, tagesaktuelle Übermittlungen der Versorgungsdaten zu erhalten, erheblich beschleunigt werden und Betroffene erhalten ohne Zeitverlust zügig Unterstützung. Gerade in Pandemiezeiten kommt es auf das Tempo an, um Problemlagen schneller zu erkennen und gegenzusteuern."