Saarbrücken, 12. August 2022. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat 2021 im Saarland deutlich mehr für die medizinischen Behandlung ihrer Versicherten ausgegeben als noch im Vorjahr. Die Ausgaben von insgesamt fast 316 Millionen Euro bedeuten im Vergleich zu 2020 einen Anstieg um rund 24 Millionen Euro.

"Jeder der rund 94.300 TK Versicherten im Saarland hat im Jahr 2021 Leistungen von durchschnittlich 3.345 Euro in Anspruch genommen. Im Vergleich zu den 3.106 Euro aus dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um 7,7 Prozent", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. "Damit liegen die Ausgaben im Saarland deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 3.036 Euro je Versicherte beziehungsweise Versicherten."

Ausgaben für Krankenhausbehandlungen am höchsten

Der größte Anteil der Leistungsausgaben entfällt wie in den Jahren zuvor auf die Krankenhausbehandlungen. Mit 1.054 Euro je Versicherte beziehungsweise Versicherten fallen die Ausgaben in diesem Bereich im Saarland nach Thüringen bundesweit am höchsten aus und liegen erneut deutlich über dem Bundesschnitt von 902 Euro.

Nachholeffekte bei Zahnmedizin

Nachdem es im Jahr 2020 einen leichten Rückgang bei den Leistungsausgaben je Versicherten in den Bereichen Krankenhaus und Zahnmedizin gab (um 2,6 und 2,8 Prozent), sind die Ausgaben dort im vergangenen Jahr mit 8,5 beziehungsweise 11,6 Prozent dafür umso deutlicher gestiegen.

"In der Zahnmedizin ist das ein deutlicher Nachholeffekt. Im ersten Pandemie-Jahr waren viele Menschen verunsichert und haben Zahnarztbesuche aus Angst vor einer Ansteckung aufgeschoben. Diese wurden dann 2021 wahrgenommen. Doch der Kostenanstieg beschränkt sich nicht auf diese Effekte", so Groh. Daher sieht er hier auch die Politik in der Pflicht. "Die Kosten für Gesundheit steigen, vor allem auch aufgrund teurer Gesetze, die zwar die Ausgaben in die Höhe getrieben, aber die Leistungen nicht wesentlich verbessert haben", erklärt der Leiter der TK-Landesvertretung Saarland. Die entstandene Finanzierungslücke wird auf 17 Milliarden Euro geschätzt und soll unter anderem durch Reserveneinzug, Beitragserhöhungen und einen Steuerzuschuss geschlossen werden. "Der aktuelle Kabinettsentwurf der Bundesregierung, der zur Stabilisierung der Finanzen beitragen soll, ist aber enttäuschend und alles andere als eine nachhaltige Lösung. Hier muss dringend nachgebessert werden", ergänzt Groh.

Hinweis für die Redaktionen

Bundesweit stiegen die Ausgaben für die medizinische Versorgung auf insgesamt 32,8 Milliarden Euro und damit um 6,7 Prozent je Versicherte beziehungsweise Versicherten.

Zum 1. Januar 2022 waren bundesweit mehr als 10,8 Millionen Menschen bei der TK versichert. Diese und weitere Zahlen können dem Geschäftsbericht 2021 entnommen werden.