Am 1. April 2019 bin ich als neue TK-Landeschefin in Bremen angetreten. Schnell war ich begeistert von dem kleinen Bundesland. Aus Hamburg kommend habe ich die kurzen Entfernungen genossen und dass einfach (fast) alles mit dem Fahrrad erreichbar ist.

Als klar war, dass ich nach Bremen gehen würde, hatte ich schon gehört, Bremen ist toll, man kennt sich, man geht wertschätzend miteinander um und man trifft sich an jeder Ecke wieder. Heute kann ich sagen, ja so ist es! Nur seit Corona treffen wir uns nicht mehr physisch, wir haben gelernt, digital zu kommunizieren und zu netzwerken. "Walk and talk" wurde ins Leben gerufen: Wir haben uns getroffen (maximal zu zweit) und haben beim gemeinsamen Gehen draußen mit Abstand gesundheitspolitische bremische Themen diskutiert. Diese sind in einem kleinen Stadtstaat ähnlich, wie in einem großen Flächenland - Pflegenotstand, Krankenhausversorgung, Arztdichte, Corona, Digitalisierung oder bundespolitische Gesetzgebungen. Nur die ländliche Versorgung ist in Bremen kein riesiges Thema. 

Dr. Susanne Klein

Dr. Susanne Klein, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen

Die Diskussion mit Pflegeschülerinnen und -schülern der Bremer Heimstiftung und den gesundheitspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der großen Parteien war eines meiner Highlights. Das Engagement und die Leidenschaft der jungen Auszubildenden für den gewählten Beruf war und ist absolut beeindruckend. Dass hier noch großer Handlungsbedarf von Seiten der Akteure im Gesundheitswesen besteht, ist nicht erst seit Corona klar. 

Die Krankenhauslandschaft in Bremen ist stark durch die finanziell angespannte Lage der GeNo geprägt. Als TK wünschen wir uns hier den Mut für strukturelle Veränderungen. Mit dem Strukturfonds II und dem Bremischen Krankenhausgesetz sind von der Politik Weichen gestellt worden, strukturelle Veränderungen finanziell zu fördern. Wir begrüßen es sehr, dass auch das Land Bremen klar signalisiert, hier seinen Beitrag zu leisten.

In den letzten zwei Jahren haben wir als TK Landesvertretung das Thema Künstliche Intelligenz (KI) aktiv in Bremen begleitet. Auf unserer Fachtagung Bremen goes digital im September 2019 haben wir gemeinsam über die Chancen und Risiken von KI im Gesundheitswesen diskutiert. KI ist eine Technologie mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Gesundheitswesen, die bezüglich des Datenschutzes und des Einsatzortes achtsam eingesetzt werden muss, aber auch nicht mehr wegzudenken ist. Gut, dass KI ist in Bremen ein großer Forschungsschwerpunkt ist und von Institutionen wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der Universität Bremen, Fraunhofer MEVIS und Bremen.ai vorangetrieben wird.

Als TK stehen wir für Innovationen im Gesundheitswesen. Umso mehr begeistert uns die kleine aber feine Startup- Szene in Bremen. Mit einigen sind wir im regelmäßigen Austausch und begleiten sie eng auf ihrem Weg in den ersten Gesundheitsmarkt. Auf dem "startup weekend" im März diesen Jahres war ich als Coach aktiv - das hat sehr viel Spaß gemacht. Das Team, welches mit seiner Idee den ersten Platz belegt hat, wird nun auch von der TK Landesvertretung auf seinen Weg in den ersten Gesundheitsmarkt begleitet.

Mein Weg führt mich nun aus Bremen zurück nach Hamburg, wo neue Aufgaben auf mich warten. An Bremen werde ich gern zurückdenken und ich werde immer gern wieder in diese schöne Hansestadt kommen.