Mainz, 22. Juli 2021. Im vergangenen Jahr hat die Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz mehr als 1,4 Milliarden Euro für die Versorgung ihrer Versicherten aufgewandt. Damit stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Jahr 2019 um 94 Millionen Euro, was ein Plus von sieben Prozent bedeutet (inklusive der Steigerung durch das Versichertenwachstum). Jeder der rund 495.000 TK-Versicherten im Land erhielt statistisch gesehen Gesundheitsleistungen im Wert von 2.898 Euro (plus 4,8 Prozent).

Größter Einzelposten: Ausgaben für stationären Sektor

Den größten Einzelposten stellten die Ausgaben für die Krankenhäuser dar: Sie beliefen sich auf 887 Euro je Versicherten und legten damit um rund 2,2 Prozent zu. Die Aufwendungen für ambulante ärztliche Behandlungen betrugen rund 596 Euro pro Kopf (plus sechs Prozent), für Arzneimittel waren es 531 Euro (plus sechs Prozent). Für zahnärztliche Leistungen wurden für jeden oder jede rheinland-pfälzischen TK-Versicherten oder -Versicherte 210 Euro ausgeben (plus 2,8 Prozent). 675 Euro (plus sieben Prozent) pro Kunde flossen in sonstige Leistungen, darunter fallen zum Beispiel Fahrtkosten oder Hilfs- und Heilmittel.

"Das Jahr 2020 war für die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt und damit auch für die TK aus finanzieller Sicht ohne Zweifel herausfordernd: Es galt, zwischen geplantem Defizit aufgrund des gesetzlich vorgeschriebenen Reservenabbaus und der finanziellen Unbekannten "Pandemie" zu haushalten. Gleichzeitig mussten die Weichen für die Finanzen 2021 mit erneut sehr schwierigen Rahmenbedingungen gestellt werden", erläutert Thomas Thierhoff, Leiter des Geschäftsbereichs Finanzen und Controlling.

"Einen entscheidenden Anteil an den gestiegenen Ausgaben haben viele der in dieser Legislaturperiode verabschiedeten Gesetze im Gesundheitswesen", erklärt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. So wurde beispielsweise mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zahlreiche Regelungen zu extrabudgetärer ärztlicher Vergütung eingeführt, die Festzuschüsse für Zahnersatz angehoben und neue Sätze für die Vergütung von therapeutischen Leistungen auf hohem Niveau festgelegt. "Und diese Ausgaben werden jedes Jahr zu Buche schlagen und sogar noch steigen", sagt Simon mit Blick auf das Pflege-Personal-Stärkungsgesetz. "Wir brauchen deshalb dringend eine nachhaltige Lösung zur Finanzierung", so Simon.

Versichertenwachstum und geringe Verwaltungskosten

Der Kundenzuwachs belief sich im abgelaufenen Jahr in Rheinland-Pfalz auf rund 9.500 Versicherte, bundesweit wurden fast 205.000 Neuzugänge gezählt. Deutschlandweit versichert die TK nun rund 10,8 Millionen Versicherte, davon 495.000 in Rheinland-Pfalz. Der Geschäftsbericht der TK weist bundesweit Leistungsausgaben in Höhe von gut 30 Milliarden Euro aus. Die Verwaltungsausgaben liegen mit 107 Euro je Versicherten deutlich unter dem Durchschnitt der gesetzlichen Krankenversicherung. Weitere Angaben enthält der online zur Verfügung stehende Geschäftsbericht.

Mehr im Interview mit dem Leiter des Geschäftsbereichs Finanzen und Controlling der Techniker Krankenkasse:

  • Inter­view mit Thomas Thier­hoff

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