Frau Klein, Ihre ersten 100 Tage als Leiterin der TK Landesvertretung Bremen liegen nun schon hinter Ihnen. Wie ist Ihr erster Eindruck vom Land und Ihren neuen Aufgaben?

Als kleinstes Land in der Bundesrepublik Deutschland bietet Bremen viele Vorteile: fast alles lässt sich mit dem Fahrrad erreichen; man trifft sich regelmäßig in verschiedenen Konstellationen wieder, lernt sich dadurch schnell kennen und ist bestrebt bei unterschiedlichen Auffassungen gute konstruktive Lösungen miteinander zu finden, gerade weil man weiß, dass man sich ja schon an der nächsten Ecke wieder trifft. Die unaufgeregte norddeutsche Mentalität tut ihr Übriges. (lacht)

Was die Aufgaben betrifft hat ein kleiner Stadtstaat, die gleichen umfassenden Themengebiete abzudecken wie ein großes Flächenland. Das gilt natürlich auch für das Gesundheitssystem. Ob Pflegenotstand, Krankenhausversorgung oder bundespolitische Gesetzgebungen, alles wird hier vor Ort diskutiert und nach passenden Lösungen gesucht.

Welche Rolle spielt dabei die Entwicklung und Umsetzung der Digitalisierung in Bremen und Bremerhaven?

Keine Frage - eine große Rolle! Nehmen wir das Thema Künstliche Intelligenz (KI), eine der großen Zukunftstechnologien, die Hoffnung auf Unterstützung in Lehre, Therapie und Diagnostik und damit auf eine bessere und sicherere medizinische Ausbildung und Patientenversorgung weckt. In Bremen ist sie als Forschungsschwerpunkt durch Institutionen, wie z.B. das Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Universität Bremen und Fraunhofer MEVIS fest verankert. Mit Bremen.ai hat sich sogar ein Netzwerk für einen gemeinsamen Austausch etabliert.

Wofür steht die Vertretung der Techniker Krankenkasse in Bremen?

Wir stehen für Innovationen im Gesundheitswesen. Das bedeutet vielfach zunächst das modellhafte Ausprobieren von neuen Ansätzen in der Versorgung. Dafür bieten sich regionale Strukturen wunderbar an. Allerdings ist darauf zu achten, dass es genügend Teilnehmer bzw. Patienten gibt, die die neuen Versorgungsansätze nachfragen, ansonsten ist es mit dem Ausprobieren schwierig. Und natürlich ist das Ausprobieren an strenge rechtliche Rahmenbedingungen geknüpft und hat feste Anforderungen an die Versorgung zu erfüllen, d.h. dem geht viel harte Arbeit vieler Akteure voraus. Und nicht jede innovative Idee fasst auch wirklich Fuß im System.

Harte Arbeit liegt auch den spannenden, innovativen Ideen von Startups und jungen Innovatoren, die es in Bremen zahlreich gibt, zugrunde. Hier stehen wir als TK Landesvertretung als Ansprechpartner für den Einstieg in den ersten Gesundheitsmarkt zur Verfügung und freuen uns, gute und vielversprechende Ideen zu unterstützen mit dem Ziel einer guten Gesundheitsversorgung für das Land Bremen.