Frankfurt am Main, 5. April 2019. Diese Woche hat das Bundeskabinett in Berlin beschlossen, dass in Deutschland ein verpflichtendes Implantateregister entstehen soll. Ein entsprechender Gesetzesentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium wird nun in den kommenden Wochen im Bundestag diskutiert. Die Techniker Krankenkasse (TK) begrüßt, dass künftig Hüft-, Knie- und Burstimplantate bundesweit systematisch erfasst werden sollen. "Die TK fordert seit vielen Jahren den Aufbau eines verpflichtenden Registers für implantierte Medizinprodukte. Ein solches Register ist eine wertvolle Maßnahme für mehr Patientensicherheit und für eine Verbesserung der Versorgungsqualität", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen. 

Geringe freiwillige Teilnahme

In circa 80 Kliniken in Hessen können sich Patienten künstliche Kniegelenke und in etwa 45 Krankenhäusern künstliche Hüftgelenke einsetzen lassen. Diese Kliniken kommen deshalb schon heute für eine bis dato noch freiwillige Teilnahme am sog. Endoprothesenregister infrage. Doch lediglich 30 dieser Kliniken liefern tatsächlich regelmäßig Daten an die Registerstelle. "Das Register dient der Sicherheit der Patienten. Es ist daher bedauerlich, dass nur ein Bruchteil der Kliniken, die künstliche Hüft- und Kniegelenke implantieren, daran teilnehmen. Es zeigt aber auch, dass eine gesetzliche Verpflichtung für die Kliniken dringend geboten ist", so Voß. 

Komplikationen vermeiden

In hessischen Kliniken wurden allein im Jahr 2017 insgesamt über 12.000 künstliche Hüftgelenke und rund 11.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Hinzu kamen über 2.600 Fälle, in denen sich Patienten mit einem künstlichen Gelenk einem zweiten Eingriff unterziehen lassen mussten, weil es zu Komplikationen gekommen war. In diesen OPs mussten die künstlichen Gelenke entweder komplett oder zumindest Teile davon ausgetauscht werden. Die Gründe dafür sind oft auf Mängel bei der Erstoperation oder auf Qualitätsmängel des Implantats zurückzuführen. "Ziel eines Implantateregisters ist es, Fehler beim Einbau der Medizinprodukte und Serienfehler bei den Endoprothesen schneller aufzudecken" erklärt Voß. Auch für die Kliniken habe das Vorteile: "Auch sie können so wertvolle Erkenntnisse über erfolgreiche Operationen und die Qualität von künstlichen Hüft- und Kniegelenken ziehen. Diese Informationen können den Häusern dabei helfen, die eigene Behandlungsqualität und Patientensicherheit zu steigern." 

Hinweis an die Redaktion

Weitere Informationen zum Endoprothesenregister erhalten Sie auf der Webseite des Registers: https://www.eprd.de/de/.