TK: Frau Austenat-Wied, wie hat sich die Organspendebereitschaft in Zeiten der Corona-Pandemie entwickelt?

Manon Austenat-Wied: Auch während der Covid-19-Pandemie waren und sind Transplantation möglich. Voraussetzung für eine Organspende ist ein negativer SARS COV-2-Befund bei einer Untersuchung mit einem Rachenabstrich. Zusätzlich werden die anamnestischen Angaben und die klinische Symptomatik bei der Entscheidung über eine mögliche Organspende berücksichtigt. 

Wir informieren unsere Versicherten alle zwei Jahre umfassend zum Thema Organspende, damit sie eine eigene und gut informierte Entscheidung treffen können. Als TK plädieren wir dafür, den eigenen Willen nicht nur zu dokumentieren, sondern ihn auch mit dem persönlichen Umfeld zu besprechen. Diese ganz individuelle Entscheidung kann jederzeit geändert werden, sollte aber nahestehenden Menschen bekannt sein.

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TK: In Deutschland warten mehr als 10.000 Personen auf eine Organspende. Wie sieht die Situation in Mecklenburg-Vorpommern aus?

Austenat-Wied: Durch die Änderung des Transplantationsgesetzes im Mai 2020 hat das Thema Organspende wieder vermehrt Aufmerksamkeit erhalten. Ich hoffe sehr, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzten wird. In unserem Bundesland waren mit Stand Juli 2020 insgesamt 191 Menschen auf der Warteliste von Eurotransplant registriert. Die nahezu 200 Menschen, die auf neue Organe angewiesen sind, warten zu einem Großteil (156 Personen) auf eine Nierentransplantation. Zudem warten Patienten auf die Transplantation weiterer Organe, wie eines Herzen, einer Leber, Lunge oder Bauchspeicheldrüse.