Wenn sich neben Corona in den Jahren 2020/21 ein Roter Faden durch die Gesundheitspolitik der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode zieht, dann ist es die Digitalisierung. Gut so - es war nötig!

Kaum jemand erinnert sich heute daran, dass eine elektronische Gesundheitsakte seit 2004 im SGB V steht. Nicht das seitdem gar nichts passiert ist - aber richtig ist auch: Fahrt hat die Digitalisierung erst in dieser Legislaturperiode aufgenommen. Und kaum jemand wird bestreiten, dass die TK mit ihrem konsequenten Digitalisierungskurs und dem TK-Safe Meilensteine gesetzt hat. 

Nun legt die Bundesregierung kurz vor den Bundestagswahlen mit dem Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) einen weiteren wichtigen Baustein vor, mit dem Digitale Gesundheit vorangebracht wird. Die Regelungen sind gut geeignet, dem wachsenden Markt digitaler Gesundheits- und Pflegeleistungen einen verlässlichen und zeitgemäßen Rahmen zu geben. Denn die alte Erkenntnis bleibt richtig: Entweder man gestaltet oder man wird gestaltet!

Fakt ist: Um den Erfolg bei der Digitalisierung konkurrieren deutsche Kassen und Leistungserbringer auch mit den großen Digitalkonzernen vor allem in den USA und in naher Zukunft in China. In diesem Kampf dürfen wir nicht ins Hintertreffen geraten. Denn das können wir uns im sensibelsten Bereich unseres Daseins nicht leisten. Deshalb ist es konsequent, Zulassungsverfahren mit Sicherheitsanforderungen endlich für Digitale Pflegeanwendungen (DiPa) und dann auch für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa) zu regeln.

Und es ist wichtig, diese auch interoperabel mit den Anwendungen der ePA zu machen. Denn Digitalisierung im Gesundheitswesen muss heute von der User-Experience aus gesehen werden. Was zählt ist convenience bei der Anwendung und Datensicherheit. Die Versicherten erwarten heute, dass wir ihnen einen komfortablen und umfassenden digitalen Zugang für ihre Gesundheitsanliegen anbieten. Hier ist auch mit dem neuen Gesetz noch lange nicht der Schlusspunkt erreicht. Dafür braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen.

Und was hat das mit Niedersachsen zu tun? Viel! Gerade die Versorgung in der Fläche ist in Zukunft nur sicherzustellen, wenn wir digitale Brücken bauen, um drohende Lücken in der Versorgung zu schließen. Digitalisierung kann verbinden, wenn sie gut gemacht und selbst gestaltet wird. Deshalb darf der digitale Reformmotor im Gesundheitssystem auch nach 2021 nicht ins Stocken geraten. Wir bleiben dran. 
 

Dirk Engel­mann

Dirk Engelmann, Leiter TK-Landesvertretung Niedersachsen Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiter TK-Landesvertretung Niedersachsen