Magdeburg, 26. April 2021. Gesundheitspolitik steht für 95 Prozent der Erwachsenen in Sachsen-Anhalt auf Platz eins der wahlentscheidenden Aspekte. Damit rangiert das Thema zur bevorstehenden Landtagswahl noch vor den Bereichen Bildungspolitik und innerer Sicherheit. Das ergab eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Danach haben die Befragten klare Vorstellungen darüber, welche Schwerpunkte medizinischer Versorgung die Landespolitik für die nächste Legislaturperiode in den Fokus setzen sollte. Die Stärkung der Attraktivität des Pflegeberufes steht für neun von zehn Wahlberechtigte ganz oben auf der Agenda. Wichtig sind den Menschen im Land zudem die bessere regionale Verteilung von Arztpraxen, die intensivere Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern und größere Investitionen in die technische Ausstattung der Kliniken.

Zustimmung für digitale Angebote

Das Thema digitale Gesundheit ist auch in Sachsen-Anhalt längst alltäglich geworden. So würden rund zwei Drittel der Erwachsenen im Bundesland Arzttermine gern online buchen. Mehr als die Hälfte spricht sich für die Nutzung eines elektronischen Rezeptes aus. Vier von zehn Befragten möchten gern Videosprechstunden in Anspruch nehmen.

"Die hohe Zustimmung für digitale Angebote ist ein eindeutiger Auftrag an die zukünftige Landesregierung, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen wie beispielsweise flächendeckende Breitbandversorgung zu schaffen", so Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt.

Gesundheitsversorgung mit guten Noten

Die Gesundheitsversorgung im Bundesland erhält insgesamt gute Noten. Weit mehr als die Hälfte aller Befragten ist damit "zufrieden", ein weiteres Drittel sogar "vollkommen" oder "sehr". Einfluss auf die Einschätzung haben neben dem Gesundheitszustand auch demografische Faktoren wie Geschlecht und Alter sowie die Größe des Heimatortes.

Männer beurteilen das Gesundheitswesen häufig weniger kritisch als Frauen. Während jeder zehnte Mann angibt, "vollkommen zufrieden" mit der medizinischen Versorgung im Land zu sein, sagen dies nur acht von hundert Frauen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Zahl jener, die mit dem sachsen-anhaltischen Gesundheitswesen "vollkommen" oder "sehr zufrieden" sind. Im Gegenzug wächst die Zahl der Zufriedenen. Wirklich "unzufrieden" sind in den Altersgruppen 18 bis 39 beziehungsweise 40 bis 59 Jahren jeweils zehn Prozent der Befragten. Bei den Älteren ab 60 Jahren liegt die Quote um zwei Prozentpunkte darüber. Während sich 35 Prozent der Befragten in Wohnorten mit mehr als 20.000 Einwohnern "vollkommen" oder "sehr zufrieden" zeigen, liegt die Quote in kleineren Orten mit 28 Prozent deutlich darunter.

Qualität vor Wohnortnähe

Im Falle einer planbaren Behandlung oder Operation ist den Befragten für die Wahl eines der 45 Krankenhäuser im Land Qualität deutlich wichtiger als Wohnortnähe. Unabhängig von Alter oder Geschlecht geben neun von zehn Frauen und Männern einer vom Wohnort weiter entfernten, aber spezialisierten Klinik den Vorzug.

Die Zusammenarbeit verschiedener Akteure bewerten zwei Drittel der Befragten nach eigenem Erleben als reibungslos. Ein Drittel gibt an, mangelnde Koordination schon erlebt zu haben, wie beispielsweise zwischen behandelnden Ärztinnen oder Ärzten und Kliniken, haus- und fachärztlichem Bereich oder zwischen Krankenhaus und Pflegeheim beziehungsweise Pflegedienst.

Hinweis für die Redaktion 

Für die Trendbefragung #GesundheitSachsenAnhalt hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar 2021 in Sachsen-Anhalt 300 Erwachsene repräsentativ befragt. Die Ergebnisse geben ein Stimmungsbild dazu, wie wichtig das Thema Gesundheitspolitik für die Wahlentscheidung zum 8. Landtag von Sachsen-Anhalt ist, und wie zufrieden die Menschen mit dem Gesundheitswesen in ihrem Heimatbundesland sind.  

Detaillierte Ergebnisse sowie kostenfreie Grafiken zum Herunterladen finden Sie hier.