Der seit Jahren diskutierte drohende Fachkräftemangel ist in vielen Bereichen keine Theorie mehr. Er war auch im Bereich der medizinischen Versorgung und in der Pflege bundesweit sowie in Niedersachsen ein Schwerpunktthema in diesem Jahr. Es wird gleichzeitig ein Zukunftsthema bleiben!

Die Bundesregierung hat dazu in diesem Jahr mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz ein umfangreiches Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem u. a. die durch den Mangel an Fachkräften entstehenden Personalengpässe in der Kranken- und Altenpflege entgegengewirkt werden soll.

Masterplan Pflegeberufe nötig

Die TK hat dazu bereits frühzeitig einen "Masterplan Pflegeberufe" vorgeschlagen, um einen Pflegenotstand in der Altenpflege und der Akutpflege abzuwenden. Mittels gezielter Maßnahmen soll die Attraktivität des Berufsbilds gesteigert werden. Im Ergebnis sollen die heute in der Pflege Beschäftigten länger in ihrem Beruf arbeiten können und dies öfter in Vollzeit tun. Das würde positiv auf den Arbeitsmarkt der Pflegekräfte wirken.

Digitalisierung im Pflegebereich alternativlos

Ein weiteres in diesem Jahr vieldiskutiertes Thema mit Zukunft ist die Digitalisierung, die ebenso das Gesundheitswesen in Niedersachsen verändern wird. Verknüpft man die beiden Schwerpunktthemen Fachkräftemangel und Digitalisierung kommt man fast zwangsläufig zu dem Schluss, dass es zur Digitalisierung im Gesundheitswesen und auch im Pflegebereich keine Alternative gibt. Denn einige Zukunftsprobleme lassen sich mit einem digitalisierten Gesundheits- und Pflegewesen deutlich besser lösen. Insbesondere in den ländlichen Regionen von Niedersachsen.

Die Digitalisierung bietet die Chance, räumliche Distanzen zu überwinden und eröffnet angesichts des Fachkräftemangels die Chance, dass Patienten überall in Niedersachsen mit den gleichen medizinischen Standards versorgt werden, z.B. durch den Austausch medizinischer Befunde oder mit Hilfe telemedizinischer Angebote. Auch in der Pflege kann Digitalisierung dazu genutzt werden den Fachkräftemangel abzufedern, beispielsweise durch digitale Schulungsangebote für pflegende Angehörige oder dadurch, ältere Menschen dabei zu unterstützen so lang wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung zu verbleiben.

Pflege braucht Menschen

Das alles ersetzt nicht den direkten Kontakt zum Patienten, aber es erweitert die Möglichkeiten oder bietet Möglichkeiten in der Versorgung, die es ohne diese Maßnahmen gar nicht (mehr) geben würde. Bleiben wir weiterhin offen!