Erfurt, 15. Mai 2019. Die Thüringer Gesundheitsbranchen erwirtschafteten im Jahr 2018 einen Anteil von 13,7 Prozent der Wertschöpfung im Freistaat. Dies liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 12,1 Prozent. Nur in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt ist die Bedeutung des Gesundheitsbereichs für die Gesamtwirtschaft des Bundeslandes noch höher. Dies geht aus kürzlich veröffentlichten Zahlen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung (GGR) hervor.

Nach Ansicht von Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen, wird sich die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für Thüringen in den nächsten Jahren weiter erhöhen: "Innerhalb der Gesundheitswirtschaft hat die medizinische und pflegerische Versorgung in Thüringen mit 61,4 Prozent in Deutschland nach Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern die höchste Bedeutung. Gerade hier werden wir durch gesetzlich festgelegte neue Leistungen und die hohe Dynamik im Bereich Pflege deutlich höhere Ausgaben verzeichnen. Hinzu kommen die notwendigen Investitionen zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Dies muss die Landespolitik gerade im Wahljahr im Blick behalten."

Auch industrielle Gesundheitswirtschaft stark in Thüringen

Trotz einer gewissen Dominanz der meist sozialversicherungsfinanzierten medizinischen Versorgung punktet Thüringen auch mit einem guten Wert für die industrielle Gesundheitswirtschaft. Zu dieser zählen vor allem die Produktion und der Vertrieb von Arzneimitteln sowie Medizinprodukten und medizintechnischen Großgeräten. Mit einem Anteil von 17,2 Prozent an der gesamten Gesundheitswirtschaft erwirtschaftet diese Branche den höchsten Wert aller neuen Bundesländer und hat bereits mehrere westdeutsche Länder überholt. In 2017 lag der Anteil in Thüringen noch bei 14,6 Prozent. 


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