Nicht nur in Rheinland-Pfalz wird am 14. März ein neuer Landtag gewählt und damit entschieden, wer in den kommenden fünfJahren regieren darf: Auch in Baden-Württemberg steht zeitgleich der Gang zur Wahlurne an, Sachsen-Anhalt folgt etwas später im Juni, bis die Bundestagswahl am 26. September dann gemeinsam mit den Wahlen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen den Abschluss dieses Superwahljahres bildet.

Im Zeichen der Corona-Pandemie

Doch ganz gleich, wer oder wo gewählt wird, es geschieht im Zeichen der Corona-Pandemie, die alle Menschen auf die eine oder andere Weise bewegt. Was bedeuten die pandemiebedingten Erfahrungen für die Politik? Welche Wünsche und Erwartungen richten die Wähler in Rheinland-Pfalz an ihre Parlamentsvertreter?

Um dies zu erfahren, hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) die Menschen in Rheinland-Pfalz gefragt, welches politische Handlungsfeld ihnen am wichtigsten ist. Und die gaben eine klare Antwort: Für die Rheinland-Pfälzer ist Gesundheitspolitik ein Topthema. Das ist schon allein deshalb beachtenswert, weil dem Handlungsfeld "Gesundheitspolitik" im Koalitionsvertrag bislang nur wenige Seiten gewidmet waren. Aber vielleicht ändert sich das ja angesichts solcher Befragungsergebnisse.

Gesundheitspolitik auf Platz zwei

Neun von zehn Befragten in Rheinland-Pfalz ordneten Themen der Gesundheitspolitik als "(sehr) wichtig" ein. Somit rangiert dieses Feld bereits auf Platz zwei hinter der Bildungspolitik (96 Prozent). Es folgen die "Energiepolitik" (87 Prozent), "Innere Sicherheit" (82 Prozent) und die "Familienpolitik", gleichauf mit den "Rahmenbedingungen zur Sicherung des Wirtschaftswachstums" (79 Prozent).

Selbst Familien sehen Gesundheitspolitik als wichtiger an wie die Familienpolitik. Befragte ab einem Alter von 60 Jahren messen der Bildungs- und Gesundheitspolitik mit 94 Prozent sogar jeweils den gleichen Stellenwert zu. Die Staatsverschuldung wurde von 67 Prozent als sehr wichtig oder wichtig eingeordnet.

Bessere Verteilung von Arztpraxen

Auch bei den gesundheitspolitischen Themen setzten die Rheinland-Pfälzer klare Prioritäten: "Eine bessere regionale Verteilung von Arztpraxen - insbesondere in der Fläche" - das war für 95 Prozent der Umfrageteilnehmer von großer Wichtigkeit. Für 94 Prozent der Interviewten ist es dringend erforderlich, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten. Mehr in die Kliniken des Landes zu investieren halten 90 Prozent für angezeigt. 

Konkrete Signale gaben die Rheinland-Pfälzer auch hinsichtlich der stationären Versorgung. So ist für 93 Prozent der Befragten klar, dass sie - im Falle einer aufwendigen Operation - lieber eine Klinik wählen würden, welche umfassende Erfahrung auf diesem Gebiet hat - auch wenn hierfür weitere Wege in Kauf genommen werden müssten.

Klinikabteilungen zusammenlegen

Dem Fachkräftemangel in Kliniken würden immerhin 82 Prozent der Befragten durch Zusammenlegung von Abteilungen begegnen - auch wenn das andernorts die Schließung einer solchen und gegebenenfalls weitere Wege bedeuten würde.

Potentiale der Digitalisierung sehen die Rheinland-Pfälzer am ehesten darin, den fachlichen Austausch von Ärzten zu Diagnosen und Therapien zu fördern (99 Prozent), aber auch als Möglichkeit, Doppeluntersuchungen zu vermeiden (75 Prozent) oder etwa um ambulante Behandlungen zu ermöglichen (74 Prozent).

Mit dieser Umfrage dürfte es der künftigen Regierung leichter fallen, die gesundheitspolitische Agenda nicht nur zu befüllen, sondern auch zu priorisieren.