Bald startet der Superwahlkampf in Berlin - AGH, Bundestag, BVVen und eventuell noch ein Volksentscheid. Vermutlich hoffen viele Menschen in den Parteizentralen auf eher analogen Straßenwahlkampf. Weil da mehr möglich ist. Denn egal ob aus dem Keller (Joe Biden) oder dem TV-Wohnzimmer (Malu Dreyer) - letztlich sind Videoformate immer sehr ähnlich.

Aber abseits ähnlicher Anfangsbuchstaben: Analog heißt nicht anders. Im Gegenteil: Es gibt beeindruckende Parallelen zwischen Wahlkämpfen und Videokonferenzen. Hier drei absolut stimmige Beweise:

Nummer 1: Gute Vorschläge sind nichts wert, wenn in den entscheidenden Sekunden die Verbindung hakt. Was in der Videokonferenz die Bandbreite, ist im Wahlkampf die Presse beziehungsweise das Wahlvolk. Auch kleine Störungen können dazu führen, dass man damit beschäftigt ist, Scherben zusammenzukehren, die man so gar nicht verursacht hat (#veggieday).

Nummer 2: Wird der Beginn einer Diskussion verpasst, kommt man schwer wieder rein. Da reicht es, das Thema falsch einzuschätzen (Feuilletondebatte) oder in Gedanken beim hässlichen Balkonschirm des Nachbarn zu sein (Videokonferenz). Schwupps, ist der perfekte Zeitpunkt vorbei. In beiden Fällen versucht man das zu kaschieren. Meist gelingt es in der ViKo mit einem "Sorry, jetzt war ich kurz raus." gut. Derselbe Satz im politischen Feld ist eher nicht zu empfehlen.

Nummer 3: Manchmal redet man sich den Mund fusselig - und dringt einfach nicht durch. Grund im Digitalen ist meist die noch aktive Stummschaltung. Im Analogen reicht dafür eine Riesenschildkröte, die grad den Plötzensee unsicher macht. Auch hier hilft kein Reden mehr. Das Tier muss erst wieder eingefangen werden beziehungsweise überhaupt existieren. Tipp: Lieber gleich mitsuchen, süße Tiere bringen gute Bilder.

Es zeigt sich wieder: Gute Technik und richtiges Timing machen sich überall bezahlt. Und damit einen spannenden Superwahlkampf 2021.