Was müssen das für entspannte Zeiten gewesen sein, als man sich für den Wahlkampf nur ein paar Plakatsprüche überlegen musste.

Doch diese Zeiten sind vorbei - heute muss alles auf die verschiedenen Kanäle (Plakat, soziale Medien, Fernsehen etc. pp) abgestimmt sein und zusammen passen. Längere Slogans wie "Wähle links, wo das Herz schlägt! Wähle Sozialdemokraten!", "Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Wetter. Für ein besseres Klima." (Grüne) oder "Mir geht ein Licht auf, ich wähle FDP" entfallen also.

Drei Komponenten sind wichtig

Dennoch: Kernbotschaften sind wichtig. Sie müssen heute jedoch kurz, griffig und Hashtag-kompatibel sein. Wichtig ist dabei, alle drei Komponenten zu beachten. Wenn man ein Wort kreiert, das keins ist, droht man schnell in Vergessenheit zu geraten. Oder erinnert sich noch jemand an das #fedidwgugl der Union 2017? Oder wofür der Buchstabensalat stand?

Als ein früher Meister der Kernbotschaften gilt der römische Senator Cato der Ältere. Er soll jede seiner Reden beendet haben mit: "Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss."

Die Botschaft von Cato

Die Nachricht brannte sich ein - zumindest im Gedächtnis der Nachwelt. Zum Glück würde sich dieser nicht sehr friedliebende Satz in den sozialen Medien als Hashtag eher nicht durchsetzen, weil er zu lang und ein Nicht-Wort ist (#iübidmdkzwm).

Vielleicht hätte Cato, wenn soziale Medien damals schon existiert hätten, seine Botschaft leicht verändert - damit ein bekanntes und beliebtes Wort entsteht. Möglich wäre zum Beispiel: "Für ein Rom in ewiger Noblesse". Sicher hätten Kinder und Eltern die sprachliche Kurzversion in den sozialen Medien angeklickt und damit Aufmerksamkeit generiert, ergeben die Anfangsbuchstaben doch: #ferien.