Saarbrücken, 7. November 2019. Roboter in Operationssälen, Krebserkennungs-Software, digitale Prozesse und personalisierte Therapien. All das klingt für viele Menschen noch recht befremdlich, doch das ist bereits die Wirklichkeit im deutschen Gesundheitswesen. Mit der Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verändern sich die Möglichkeiten in der Versorgung rasant.

Großes Potenzial bei entsprechendem Schutz

"In der Nutzung von KI sehen wir für die Versorgung unserer Versicherten großes Potenzial. KI-Technologien helfen uns aber nur, wenn Sie mit den erforderlichen Daten arbeiten können. Dabei müssen sie vor dem Zugriff von Unberechtigten geschützt sein, da es sich um sensible Daten der Versicherten handelt“, erklärte Thomas Ballast, stell-vertretender Vorstandsvorsitzender der TK im Rahmen des Herbstempfangs der TK-Landesvertretung.

Neben Ballast waren auch Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Backes, Gründungsdirektor und CEO des CISPA Helmholtz Center for Information Security, Stephan Kolling, Staatssekretär im saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland, Teil der Diskussionsrunde "Wie KI, digitale Prozesse und Datenschutz zusammenpassen".

Auch das Saarland kann profitieren

Kolling sieht in den Entwicklungen auch Möglichkeiten für das Saarland: „Die Digitalisierung in der Medizin bietet in vielen Bereichen große Chancen. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Medizin und der Gesundheitsvorsorge ist heute integraler Bestandteil nahezu jedes medizinischen Fachgebiets. Spannend ist aber auch das Feld der Künstlichen Intelligenz. Hier konnte unter anderem die Früherkennung und Therapierung von Krebs verbessert werden", sagte er. Das Saarland sei dabei nicht nur Nutzer der Digitalisierung in der Medizin, sondern dank vieler Fachleute auch in zentralen Bereichen ein Schrittmacher. "Telemedizin und telemedizinische Sprechstunden können in ärztlich unterversorgten Gebieten schnelle Hilfe für Patienten rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr geben“, so Kolling weiter.

Stefan Groh sieht die TK dabei auch in einer Vorreiterrolle: "Ich bin der Meinung, dass Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung im Allgemeinen in allen Facetten der Gesellschaft Veränderungen hervorgerufen haben und werden. Wir wollen diesen Wandel weiter mitgestalten", erklärte er und ergänzte: "Gerade im Saarland können die Technologien bei dem zu erwartenden Ärztemangel Abhilfe schaffen und die Versorgung sicherstellen. Dabei werden diese einen Arzt nicht ersetzen, aber wesentlich unterstützen."

"Wir müssen einfach mal anfangen"

Unter der Leitung durch Moderator Kevin Baum entwickelte sich so eine spannende Diskussion. Dabei erntete Groh besonders für eine Aussage Kopfnicken: "Respekt vor Veränderungen durch die Digitalisierung ist verständlich, aber Angst ist deplatziert. Deshalb sollten Unternehmen und Dienstleister diese Entwicklungen als Chance sehen."

Um das auch im Saarland umzusetzen, gab der Gastgeber in seinem Schlusswort die Marschrichtung vor: "Wir müssen einfach mal anfangen."

Bilder zur Veranstaltung finden Sie unter