Wie denken Sie, die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung in Sachsen besser zu nutzen?

Holger Zastrow: Wir möchten die nichtärztliche, ärztliche und pharmazeutische Betreuung in das Wohnzimmer der Menschen bringen. Sachsen soll in den nächsten zehn Jahren das am besten digitalisierte Gesundheitswesen Deutschlands besitzen. Wir wollen ein patientenorientiertes sächsisches Medizinportal, das in allen Arztpraxen und Krankenhäusern verfügbar ist.

Was werden Sie in der kommenden Legislaturperiode zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung unternehmen?

Holger Zastrow: Um eine hochqualitative medizinische Versorgung aller Sachsen in Städten wie in ländlichen Gebieten sicherzustellen, müssen wir insbesondere die Chancen durch die Digitalisierung, moderne Strukturen und attraktive Vergütungssysteme nutzen. Der Arztberuf muss wieder attraktiver werden; die Ausbildung von Zahn- und Humanmedizin muss in Dresden und Leipzig erhalten bleiben und sogar ausgebaut werden. Der Wegfall von ländlichen Arztpraxen, die keinen Nachfolger finden, soll durch Medizinische Versorgungszentren mit angestellten Ärzten ausgeglichen werden.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Holger Zastrow

Was erwarten Sie von den Krankenkassen? Welche Vorstellungen haben Sie von einem fairen Wettbewerb unter den Krankenkassen? 
 
Holger Zastrow: Wir wollen, dass gesetzliche Krankenkassen über die Leistungen, die sie anbieten, stärker miteinander in den Wettbewerb treten können, der durch einen klaren wettbewerbs- und kartellrechtlichen Rahmen flankiert werden muss. Dazu wollen wir den gesetzlichen Spielraum für Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern ausweiten, um innovative Versorgungsformen zu stärken. 

Welche Maßnahmen wollen Sie für die zunehmende Zahl pflegebedürftiger Menschen in Sachsen umsetzen?

Holger Zastrow: In den Pflegebereich wird von der Ausbildung bis zur Pension mehr investiert werden müssen als bisher. Wir wollen die duale Ausbildung in der Altenpflege etablieren und ein Programm zur berufsbegleitenden Ausbildung von Quereinsteigern etablieren. Zudem ist die Einstellung von ausländischen Arbeitskräften nötig.