TK: Herr Dr. Grimm, wir gratulieren Ihnen zur Ernennung zum Staatssekretär! Sind Sie in der Staatskanzlei gut angekommen? Und: Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen?

Dr. Benjamin Grimm: Ich habe den Dezember genutzt, um mich intensiv in die zahlreichen Themen einzuarbeiten, und bin mittlerweile gut im neuen Amt angekommen. Wichtig war dabei die Unterstützung meines Teams in der Staatskanzlei, das mich sehr gut aufgenommen hat. Zu den Themen gehören zum Beispiel Digitalisierung, Landesmarketing, 'Tolerantes Brandenburg', aber auch die internen Prozesse in der Staatskanzlei. Nun richte ich den Blick nach vorne, um die Agenda für dieses und die kommenden Jahre zu setzen.

Dr. Benjamin Grimm

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Staatssekretär, Beauftragter für Digitalisierung und Medien des Landes Brandenburg

TK: Die Digitalisierung macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Wie beurteilen Sie die Chancen und eventuelle Risiken in diesem Bereich allgemein…

Grimm: Ein digitalisiertes Gesundheitswesen ist unumgänglich, um eine zeitgemäße und hochqualitative Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Mit Hilfe der Telemedizin können viele Anliegen von zu Hause geklärt oder tagesaktuelle Werte übermittelt werden. Mit digitaler Vernetzung können zum Beispiel auch Dopplungen bei Untersuchungen vermieden werden. Aber auch die Beschäftigten im Gesundheitssektor profitieren von digitalen Hilfsmitteln. Viele zeitraubende Dokumentationsprozesse können automatisiert werden, und so bleibt mehr Zeit für die wirklich wichtigen zwischenmenschlichen Kontakte. Das funktioniert aber nur mit Vertrauen und einem Höchstmaß an Sicherheit für sensible medizinische Daten.  

TK: …und für Brandenburg?

Grimm: Gerade im ländlich geprägten Brandenburg können die Wege zu Gesundheitsdienstleistungen mitunter lang sein. Daher hat sich die neue Koalition den Bereich der digitalen Gesundheit als Priorität in den Koalitionsvertrag geschrieben, um Zugänge zu medizinischen Angeboten zu erleichtern. Ich weiß, dass es auch große Vorbehalte gegen Telemedizin im Land gibt, jedoch überwiegen aus meiner Sicht die Vorteile für die Patientinnen und Patienten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müssen alle digitalen Möglichkeiten genutzt werden, um die hohe Qualität in unserem Gesundheitswesen zu erhalten und es gleichzeitig effizienter zu machen. Hierzu bedarf es aber auch guter digitaler Infrastruktur und eines zeitgemäßen Schutzniveaus in allen Praxen und Kliniken. 

TK: Sie sind in Brandenburg aufgewachsen. Was lieben Sie an der Mark besonders?

Grimm: Ich wohne im Grünen und habe die Stadt vor der Tür. Dieser Mix macht es für mich und meine Familie. Außerdem ist der Norden Brandenburgs einfach meine Heimat, wo ich jeden Fleck kenne. Das ist mir während meines Auslandsstudiums in Dublin klar geworden. Hinzu kommen die hervorragenden Freizeitmöglichkeiten – sei es der Ziegeleipark Mildenberg oder der Schlossgarten in Oranienburg – und die Erledigung von Verwaltungsgängen ohne langes Warten.

Zur Person

Dr. Benjamin Grimm wurde 1984 in Jerusalem geboren und studierte Rechtswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach einem Master in Dublin wurde er 2016 promoviert und war bis 2019 als Rechtsanwalt tätig. Seit dem 3. Dezember 2019 ist er Staatssekretär in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg und dort Beauftragter für Medien und Digitalisierung.