TK: Wie blicken Sie auf die vergangenen Monate zurück?

Manon Austenat-Wied: Es waren bewegende Zeiten. Innerhalb kürzester Zeit mussten sich alle Akteure des Gesundheitswesens auf die neue Situation einstellen und mitunter auch neue Wege gehen. Wir als TK waren unter anderem für die Auszahlungen der Gelder des Reha- und Pflegerettungschirms für die Landkreise Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Schwerin zuständig. Hier galt es im Sinne der Beteiligten kurzfristig Lösungen zu finden.

TK: Wie haben Sie das in so kurzer Zeit umgesetzt?

Austenat-Wied: Wir haben im Auftrag der GKV die Ausgleichszahlungen für die Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen in Landkreise Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Schwerin umgesetzt.

Mit den Partnern im Land konnten wir kurzfristig die erforderlichen Vereinbarungen schließen. Den Beantragungsprozess konnten die Einrichtungen komplett online über das TK-Leistungserbringer-Portal vornehmen. Auch dies zeigte einmal mehr den Nutzen digitaler Prozesse. Die Zeit zwischen Antragstellung und Zahlungseingang beim Antragsteller wurde so erheblich verkürzt. Wir haben mittlerweile mehr als 21 Millionen Euro an 59 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen im Land ausgezahlt. Die Pflegeeinrichtungen haben bisher rund acht Millionen Euro erhalten.

Manon Auste­nat-Wied

Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

TK: Was hat Sie besonders beeindruckt?

Austenat-Wied: Neben den Auszahlungen, hat sich der Nutzen von telemedizinischen und digitalen Anwendungen während Corona deutlich gezeigt. Das Projekt TeleDermatologie konnte im Bereich der Wundversorgung, in Zeiten des Kontaktverbotes punkten. Binnen 24 Stunden konnte die Parkklinik in Greifswald über die mSkin-App an die Hautklinik der Universitätsmedizin angeschlossen werden. Die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation zeigen neben den bekannten Aspekten schneller Terminvergabe und kürzerer Wege einmal mehr was Telemedizin im Stande zu leisten ist und nicht zuletzt konnten so auch die Notaufnahmen des Landes entlastet werden.

TK: Was hat die Pandemie aus Ihrer Sicht verdeutlicht?

Austenat-Wied: Die Pandemie hat offenbart, wie wichtig ein funktionierendes Versorgungsmanagement im ländlichen Raum ist. Darüber hinaus stelle ich eine stärkere Akzeptanz telemedizinischer Angebote fest. Die Angebote wurden als elementarer Baustein der bestehenden Versorgungsstrukturen wahrgenommen. Laut unserer repräsentativen Forsa-Umfrage ist die Akzeptanz von Online-Sprechstunden von 35 Prozent im Dezember auf aktuell 50 Prozent gestiegen. Von den Befragten, die während der Corona-Pandemie im Homeoffice gearbeitet haben, unterstützen 73 Prozent die Möglichkeit von Videosprechstunden. Dies gibt einen Ausblick auf die Erfolge interprofessioneller und intersektoraler Versorgung. Des Weiteren haben das E-Rezept und die Krankschreibung am Telefon Eingang in die Versorgung gefunden. Die Mecklenburger- und Vorpommern sind mit dieser Möglichkeit sehr verantwortungsbewusst umgegangen. Ein befürchteter plötzlicher Anstieg der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen ist nicht eingetreten. Es wurde ebenfalls deutlich, dass ein Arztbesuch nicht immer unbedingt physisch stattfinden muss.