TK: Herr Hennrich, wie sieht Ihre gesundheitspolitische Bilanz der vergangenen Legislaturperiode aus?

Michael Hennrich: Die letzten anderthalb Jahre waren geprägt von der Corona-Pandemie. Dadurch konnte das Thema "sektorenübergreifende Zusammenarbeit" nicht mehr vorangebracht werden. Dies ist schade - und damit auch das größte Defizit der letzten Legislaturperiode.

Michael Henn­rich

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MdB für die CDU

Sehr gut wurde die Digitalisierung weiterentwickelt und auch im Bereich der Pflegeberufe ist man sehr gut vorangekommen. Ein weiteres Highlight sind die Terminservicestellen, die auf den Weg gebracht wurden.

TK: Welche Konzepte haben Sie für eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitswesens?

Hennrich: Die gesetzliche Krankenversicherung kann in Zukunft nicht mehr nur über Lohn und Gehalt finanziert werden - da wird es eine zusätzliche Steuerfinanzierung geben müssen. Außerdem wird man sich stärker fragen müssen, wie wir als Gesellschaft zu mehr Eigenverantwortung stehen. Was nicht passieren darf: Sparprogramme zu Lasten der Gesundheitsberufe und zu Lasten der Patientinnen und Patienten wie in der Vergangenheit.

TK: Wie kann die elektronische Patientenakte (ePA) vorangebracht werden?

Hennrich: Für Patientinnen und Patienten muss der Nutzen der ePA besser ersichtlich werden. Wir benötigen eine Debatte über die Nutzung der Daten im Sinne "Daten teilen heißt heilen", wie auch der Sachverständigenrat erklärt hat. Auch hier ist es notwendig, den Versicherten besser zu erklären, welche Mehrwerte für sie durch die Nutzung der ePA und die Einwilligung in die Datennutzung entstehen.

TK: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Ziele in der kommenden Legislaturperiode?

Hennrich: Die Digitalisierung muss weiter vorangebracht werden, sie wird auch in Zukunft ein sehr wichtiges Thema bleiben. Und auch für die Pflege muss noch mehr getan werden. Bei allen Themen muss mitgedacht werden, wie das Gesundheitswesen künftig nachhaltig finanziert wird.