TK spezial: Frau Holldorf, wie stellt die TK als bundesweite Kasse eine passgenaue Vor-Ort-Versorgung in Niedersachsen sicher?

Inken Holldorf: Die passgenaue Versorgung gehört zu den Kernaufgaben der TK-Landesvertretung Niedersachsen. Meine Kolleginnen und Kollegen und ich haben einen genauen Blick auf die Besonderheiten und Bedürfnisse vor Ort.  Entsprechend profitieren die rund eine Million Versicherte in Niedersachsen sowohl von den bundesweiten Angeboten der TK, wie etwa der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe - aber eben auch von besonderen Leistungen, die es nur hier gibt.

Wir gestalten die Versorgung in Niedersachsen aktiv mit. Das heißt konkret: Wir schließen Verträge, um unsere Versicherten in Niedersachsen optimal zu versorgen. Entweder Kollektivverträge mit anderen Kassen oder Selektivverträge; die dann nur für TK-Versicherte gelten. Das reicht von speziellen Angeboten für Frühgeborene bis hin zu Projekten für pflegebedürftigen Senioren.

Frühchen sind beispielsweise im Klinikum Braunschweig über eine besondere bionische Matratze im Inkubator emotional mit den Eltern verbunden. Die spezielle Unterlage vermittelt ihnen das Gefühl, auf der Brust der Eltern zu liegen.

Für Schwerhörige oder Gehörlose wiederum haben wir eine bundesweit einmalige Qualitätsinitiative mit der Medizinischen Hochschule Hannover initiiert, die sogar den ersten Platz als 'Bestes eHealth-Projekt' erzielt hat. Ziel ist, die betroffenen Menschen mit High-Tech-Hörimplantaten zu versorgen und dass sie eine exzellente Nachsorge erhalten.

TK spezial: Die TK hat als bundesweite Kasse einheitliche Grundsätze und Vorgaben. Lassen sich damit überhaupt regionale Besonderheiten berücksichtigen?

Inken Holldorf: Als bundesweites Unternehmen haben wir eine einheitliche Vorstellung, wie wir Versorgung und Service für unsere Versicherten gestalten wollen. Als Leiterin der Landesvertretung in Niedersachsen ist es meine Aufgabe, dieses Bild sinnvoll auf die Gegebenheiten vor Ort zu übertragen. Niedersachsen als Flächenland hat andere Herausforderungen zu bewältigen als beispielsweise ein Stadtstaat.

Um eine regionale Versorgung punktgenau und noch wirkungsvoller zu gestalten, bedarf es aber grundsätzlich einer gesundheitspolitisch richtigen Weichenstellung. Zum Beispiel hinsichtlich der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Wenn wir qualitätsgesicherte Telemedizin in Niedersachsen auf den Weg bringen, dann helfen wir damit in erster Linie Menschen in ländlichen Gebieten, den Zugang zum Arzt auch zukünftig offen zu halten.

TK spezial: Neben Verträgen und Budgetverhandlungen: Welches Engagement ist Ihnen darüber hinaus auch wichtig, um eine gute Versorgung im Land zu etablieren?

Inken Holldorf: Um die Versorgung in Niedersachsen für die Zukunft mitzugestalten, sehen wir uns auch als Impulsgeber für Innovationen. Dazu gehört etwa der Health Hack 2019, ein von der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg initiiertes Format, bei dem wir Partner sind. Bereits zum zweiten Mal treffen sich im November digitale Pioniere, um gemeinsam an digitalen Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu arbeiten. Ob der Doc in der VR-Brille, der Teller, der Kalorien zählt oder der Schuh, der Fußbewegungen trackt. Wo wir es schaffen, aus Ideen Innovationen zu machen, stärken wir die Versorgung im Land und auch die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. 

Gleichzeitig arbeiten wir daran, noch mehr niedersächsische Ärzte und Kliniken an unsere elektronische Gesundheitsakte TK-Safe anzubinden, damit TK-Safe-Nutzer in Niedersachsen schnell und unkompliziert wichtige Gesundheitsdaten nutzen können. Das ermöglicht, dass etwa Befunde oder Entlassberichte in die Gesundheitsakte einfließen. Für unsere Versicherten in Niedersachsen entsteht daraus ein klarer Mehrwert - ebenso wie für unsere Vertragspartner im Land.