Die ländliche Versorgung ist das Thema schlechthin in einem so ländlich geprägten Land wie Schleswig-Holstein. Das machte Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, auf der Jahrestagung der TK in Kiel deutlich. Daher unterstützt die TK innovative Projekte wie zum Beispiel "Telemedizin im ländlichen Raum", welches kürzlich in Rendsburg vorgestellt wurde. Hierbei werden durch digitale ärztliche Konsultation lange Anfahrtswege und Wartezeiten beim Spezialisten zukünftig vermieden.

Telekonsultation verbessert die Versorgung

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Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein

Wie die Videotelefonie von der Allgemeinarztpraxis zum Augenarzt im Alltag genutzt wird, erklärten Dr. Jens Lassen aus der Praxis Dr. Maurer und Kollegen in Leck sowie Harald Stender, Koordinator ambulante Versorgung im Kreis Dithmarschen. Sie machten deutlich, dass diese Form der Telekonsultation auch mit weiteren Fachrichtungen möglich sei. Mit Dermatologen oder Rheumatologen könnten sie sich eine solche Form der Kommunikation vorstellen. Der Einsatz von nichtpraxisärztlichen Assistentinnen - sogenannten NäPas - sei ebenfalls eine Möglichkeit, die medizinische Versorgung auf dem Land zu gewährleisten. Sie stellen wichtige Vitaldaten bei Hausbesuchen fest und senden diese direkt in die Büsumer Hausarztpraxis.

Inter­view Dr.Jens Lassen

Projekte in die Regelversorgung bringen

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Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg

Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) zeigte sich begeistert von solchen innovativen Projekten. Sie seien eine sinnvolle Ergänzung. Er machte aber deutlich, dass Pilotprojekte nicht ausreichten, um die medizinische Versorgung in Schleswig-Holstein sicherzustellen. Langfristig müsse es darum gehen, die telemedizinischen Angebote in die Regelversorgung zu implementieren und vernünftige Vergütungsstrukturen zu schaffen. Dabei müssten seiner Ansicht nach alle Player des Gesundheitswesens an einem Strang ziehen und die Sektorengrenzen aufgebrochen werden. Nur so könne die Versorgung von morgen sinnvoll gestaltet werden. Den finanziellen Beitrag aus der Politik sehe er im Versorgungssicherungsfonds.

Inter­view Dr.Heiner Garg film

Voraussetzung ist die Breitbandversorgung

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Die Referenten der diesjährigen Jahrestagung

Wie ein etabliertes Projekt ins digitale Zeitalter überführt werden kann, erklärten Doris Scharrel vom Praxisnetz Kiel und Herr Prof. Dr. Fritz Schäfer vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Das Brustkrebsfrüherkennungs-Projekt eQuaMaDi (elektronische Qualität in der Mamma-Diagnostik) zeige beispielhaft die Optimierung der Brustkrebsdiagnostik im nördlichsten Bundesland. Durch das bereits etablierte Projekt konnte die Sterblichkeitsquote unter den Bundesschnitt gesenkt werden.

Voraussetzung für all die innovativen Projekte in der medizinischen Versorgung ist eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet in Schleswig-Holstein. Das machte auch Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, am Abend deutlich. Doch ausgerechnet dort, wo die Infrastruktur eigentlich am schlechtesten ist, seien die Menschen am meisten auf Telemedizin angewiesen, betonte er. Um die Medizin der Zukunft voranzutreiben, brauche es neben der notwendigen Infrastruktur aber auch Menschen, die die Digitalisierung vorantreiben.

Inter­view Thomas Ballast film

Elektronische Gesundheitsakte TK-Safe

Die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe ist ein solches Projekt, welches von und für Menschen gemacht ist. Dr. Markus Schlobohm, Geschäftsbereichsleiter Unternehmensentwicklung bei der TK, stellte die Akte in Kiel vor. Er zeigte den rund 200 Gästen, wie Versicherte mithilfe der eGA ihre Daten rund um ihre Gesundheit strukturiert und übersichtlich an einem Ort speichern können. Dabei machte er deutlich, dass bei TK-Safe der Patient immer und überall Zugriff auf seine relevanten Gesundheitsdaten hat. Diese können in der Arzt-Patienten-Kommunikation genutzt werden und sie dadurch verbessern.