Die ambulante Versorgungsstruktur ist heute durch eine ungleiche regionale Verteilung geprägt. In einigen ländlichen Regionen Niedersachsens droht ein Mangel an Ärzten. Dem gegenüber steht eine Überversorgung in und um Ballungszentren. Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) auf Bundesebene will hier Abhilfe schaffen.

Um die drohende Unterversorgung mit ambulanten ärztlichen Leistungen insbesondere im ländlichen Raum abzuwenden, begrüßt die TK Vergütungsanreize zur Förderung der Niederlassung in unter-versorgten oder von Unterversorgung bedrohten Planungsbereichen und Arztgruppen. Gerade vor dem Hintergrund, dass in Niedersachsen über die Einführung einer Landarztquote noch kontrovers diskutiert wird bieten solche Vergütungsanreize eine praktikable und zeitnahe Chance, die Versorgungslage in den ländlichen Gebieten von Niedersachsen zu stabilisieren.

Regionale Zuschläge von Vorteil

Ärztinnen und Ärzte, die in unterversorgten Gebieten praktizieren, sollten künftig bundesweit verbindlich über regionale Zuschläge besonders unterstützt werden. Diese zusätzliche finanzielle Förderung wird auf der einen Seite von der TK unterstützt. Auf der anderen Seite ist es problematisch, diese Zuschläge auf die Zeit der eingetretenen oder drohenden Unterversorgung zu beschränken.

Eine zeitliche Befristung der Zuschläge – die TK schlägt hier zehn Jahre vor – würde die Attraktivität der ländlichen Räume nachhaltig verbessern und mehr Planungssicherheit für die betroffenen Arztgruppen schaffen.

Landarztpraxis attraktiver machen

Sehr positiv sieht die TK die im TSVG geplante Aufnahme der Landarztpraxis als Praxisbesonderheit für die Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Dies macht Hausbesuche wieder attraktiver und schützt gerade in betroffenen Regionen vor unnötigen Prüfverfahren. Die sprechende Medizin, als elementarer Baustein einer hausärztlichen Versorgung kann so auch in Niedersachsen wieder einen höheren Stellenwert bekommen.

Mittel zur Förderung der Versorgung im Land

Mit dem gemeinsamen Entschließungsantrag von CDU und SPD werden derzeit in Niedersachsen weitere Maßnahmen zur Sicherung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum auf den Weg gebracht.

Für die TK ist es zielführend, die schon jetzt zur Verfügung stehenden Mittel zur Ansiedelungsförderung zu nutzen und darüber hinaus mit den Möglichkeiten von Zu- und Abschlägen in Land und Stadt zu arbeiten. Wenn dann noch Elemente von Telemedizinischer Behandlung stärker in Niedersachsen von niedergelassenen Ärzten angeboten werden würden, könnte man sich schon heute auf die Anforderungen der Zukunft vorbereiten. Gerade die Telemedizin wäre für Niedersachsen ein enorm wichtiger Baustein   Wir begrüßen daher die im Entschließungsantrag geplante Ausweitung der telemedizinischen Anwendungen sowie das Bestreben der Landesregierung, das Fernbehandlungs- und Verschreibungsverbot in geeigneter Weise zu modifizieren.

Dies alles kann helfen, die Versorgung auch in ländlichen Regionen in Niedersachsen für die Patientinnen und Patienten zu verbessern.