Die Investitionskosten der Häuser werden über die Krankenhausförderung der Bundesländer aus Steuermitteln finanziert. Dazu zählen etwa die Aufwendungen für Neubauten, Instandsetzungen und die Anschaffung von Anlagegütern wie Geräte, Instrumente, Fahrzeuge, Mobiliar.

Ihre Betriebskosten decken die Krankenhäuser aus den Geldern, die sie von den Krankenkassen für die Behandlung der Versicherten bekommen. Zu diesen pflegesatzfähigen Kosten zählen beispielsweise die Ausgaben für Personal, Verbrauchsmaterial, Strom und Versicherungen.

Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland

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"Die Bundesländer kommen ihrer Verpflichtung zur Finanzierung der Investitionskosten immer weniger nach. Das mag vor dem Hintergrund von Haushaltsdefiziten und Schuldenbremse zwar nachvollziehbar sein, sachgerecht ist dieser Zustand aber nicht."

Die Krankenhäuser sind so gezwungen, Erlöse aus allgemeinen Krankenhausleistungen, die zur Deckung ihrer Betriebskosten dienen, für notwendige Investitionen einzusetzen.

So funktioniert das Vergütungssystem

Seit 2004 rechnen die Kliniken nach diagnoseorientierten Fallpauschalen (DRG) ab. Dabei gibt es feste Preise für vergleichbare Leistungen. Bis Ende 2003 erfolgte eine Abrechnung hauptsächlich nach Pflegetagen. Ausgenommen von dem neuen Modus sind der Fachbereich Psychiatrie und einige wenige hochspezialisierte Krankenhausabteilungen.

Für die Krankenhausvergütung ist die Zahl der Pflegetage seit dem nicht mehr relevant. Maßgeblich für die Honorierung der Leistung ist der Versorgungsaufwand: Das Geld folgt der Leistung. Gleiche Leistungen sollen auch gleich vergütet werden.

Zur Ermittlung der Fallgruppe wird jeder Krankenhausfall mit seinen Diagnosen und Behandlungen in ICD - und OPS-Codes verschlüsselt. Dabei sind die Deutschen Kodierrichtlinien zu beachten. Die sich dann für das Krankenhaus ergebende Vergütung wird jährlich anhand tausender konkreter Krankenhausfälle durch das InEK (Institut für das Entgeltsystem) neu kalkuliert. Das InEK entwickelt das DRG-System ständig weiter und veröffentlicht jährlich eine neue Version. Im Saarland werden etwa 83 Prozent aller stationären Klinikleistungen mit dem Landesbasisfallwert über sogenannte DRG´s abgerechnet.

Klinikpreise im Saarland bleiben hoch

Die Preise für die Krankenhausleistungen im Saarland steigen weiter. Das zeigt die Entwicklung beim Landesbasisfallwert, der die maßgebliche rechnerische Größe bei der Preisbildung ist. Er beträgt jetzt 3.483 Euro zu. Damit liegt das Saarland im Ländervergleich auf dem zweiten Platz. Nur Rheinland-Pfalz ist noch teurer. Dort liegt der Landesbasisfallwert mittlerweile bei 3.618,98 Euro.

Zudem hat die Entwicklung bei den Fallzahlen und auch bei deren Schweregrad einen wichtigen Einfluss auf das hohe Niveau der Krankenhausausgaben im Saarland. Zusammen mit dem hohen Landesbasisfallwert führt dies dazu, dass im Saarland bei den Klinikkosten das Ausgabenvolumen je Einwohner deutlich über dem Bundesschnitt liegt. Damit ist das Saarland von einer mit anderen Ländern vergleichbaren Kostenstruktur weit entfernt.