Hannover, 20. September 2022. Kurz vor der Landtagswahl legt die Techniker Krankenkasse (TK) in Niedersachsen ihre krankenhauspolitischen Forderungen vor. In einem heute veröffentlichen Positionspapier fordert die TK eine zügige Umsetzung der neuen Krankenhausplanung ebenso, wie die Bereitstellung ausreichender Krankenhausinvestitionsmittel durch das Land sowie eine schnellere Digitalisierung der Häuser. "Mit dem neuen Krankenhausplanungsrecht hat die nächste Landesregierung die Instrumente in der Hand, den Strukturwandel in der Krankenhauslandschaft aktiv zu gestalten. Wir fordern, nach der Wahl zügig voranzuschreiten und die neuen acht Planungsregionen und Einstufung der Häuser umzusetzen. Dabei muss die Steigerung der Behandlungsqualität für die Patientinnen und Patienten das wichtigste Ziel sein und Vorrang vor lokalen Interessen haben", sagt Dirk Engelmann, Leiter der TK-Landesvertretung in Niedersachsen.

Bei einer planbaren Operation würden 92 Prozent der Menschen in Niedersachsen ohnehin ein Krankenhaus bevorzugen, das umfassende Erfahrungen mit dem Eingriff hat. Die Wohnortnähe (acht Prozent) spielt demnach eine nachgeordnete Rolle. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK. 

"Die Menschen in Niedersachsen wissen, dass Behandlungsqualität wichtiger ist als ein kürzerer Fahrweg", erklärt Dirk Engelmann. "Das muss sich auch in der Weiterentwicklung der Krankenhausstruktur niederschlagen. Wir brauchen nicht mehr überall ein Bett, sondern dort, wo die Patientinnen und Patienten nach sehr gutem Standard versorgt werden", so Engelmann weiter.

Mehr Investitionsmittel gefordert

Um die Krankenhauslandschaft in Niedersachsen wirkungsvoll weiterzuentwickeln, müsse die Investitionsquote erhöht und verstetigt werden. "Aus unserer Sicht sollte die Investitionsquote, wie von neutralen Instituten ermittelt, von heute rund drei auf zehn Prozent steigen, um den Investitionsbedarf zu decken. Davon sollte ein Zehntel in die Digitalisierung der Häuser fließen. Daher begrüßen wir Ideen zur Steigerung des Investitionshaushalts sowie zur Schaffung eines Sonderinvestitionsprogramms", sagt Engelmann.

Bundespolitische Reformen und Digitalisierung der Häuser gefordert

Für eine nachhaltige Verbesserung der Betriebskostenfinanzierung fordert die TK eine zügige Krankenhausfinanzierungsreform durch den Bund, damit die Qualität als auch die Vorhaltekosten für bedarfsnotwendige Krankenhäuser besser bezahlt werden. Ebenso fordert die TK eine umfassende Digitalisierung von Niedersachsens Krankenhäusern.

TK-Posi­ti­ons­pa­pier: Statio­näre Versor­gung

Positionspapier der TK-Landesvertretung Niedersachsen zur Weiterentwicklung einer zukunftsfähigen stationären Versorgung

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Um ein Stimmungsbild zur Gesundheitspolitik und -versorgung in Niedersachsen zu erhalten, hat die TK im Februar eine repräsentative Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben. Im Fokus standen dabei die stationäre Versorgung und die Krankenhausstruktur im Land.

Behand­lungs­qua­lität ist wich­tiger als Wohn­ort­nähe

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Bei einer planbaren Operation gilt für die befragten Personen eindeutig Qualität für Wohnortnähe. 

Hinweis für die Redaktion

Für den TK-Wahlcheck hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK bevölkerungsrepräsentativ über 1000 Menschen ab 18 Jahren in Niedersachsen befragt.