Frankfurt am Main, 2. September 2020. Nach dem auffallend hohen Krankenstand mit 6,8 Prozent Mitte März sind die Krankmeldungen der Erwerbspersonen in Hessen zum Ende des ersten Halbjahres deutlich zurückgegangen. Ende Juni lag der Krankenstand im Land nur noch bei 3,4 Prozent und damit niedriger als in den Vorjahren 2019 (3,75) und 2018 (3,76). Krankmeldungen aufgrund der Diagnose Covid-19-Infektionen spielen dabei allerdings bereits seit März eine sehr untergeordnete Rolle. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen hervor.

Covid-19 spielt untergeordnete Rolle

Der starke Rückgang bei den Arbeitsunfähigkeiten in Hessen hat aus Sicht der TK in Hessen mehrere Gründe. "Die aktuellen Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln schützen nicht nur vor einer möglichen Ansteckung mit Covid-19, sondern generell vor Infektionen, was offenbar zu den niedrigeren Krankenständen beiträgt", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen. Hinzu kommt, dass Arbeitnehmer nach wie vor häufig im Homeoffice arbeiten.

Lediglich bei 0,02 Prozent der TK-versicherten Erwerbspersonen in Hessen war Mitte März eine Covid-19-Diagnose die Ursache für eine Krankschreibung. Im Mai und Juni waren dann nur noch 0,01 Prozent der Erwerbspersonen wegen einer Covid-19-Diagnose krankgeschrieben.

Videosprechstunde verringert Infektionsrisiko

Aus Sicht der TK in Hessen zeigt die Corona-Pandemie aber auch, wie hilfreich und entlastend die Digitalisierung sein kann. "Gerade die Videosprechstunde ermöglicht in vielen Fällen eine sichere Behandlung ohne die Gefahr einer Ansteckung. Während der Covid-19-Pandemie hat die Technik eine rasante Akzeptanz erfahren. Wir gehen davon aus, dass immer mehr Ärzte diese Möglichkeit anbieten. So kann auch während einer Grippewelle das Risiko einer Ansteckung verringert werden", so Voß. Aktuell bieten nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen bereits 2.418 Ärzte und 2.149 Psychotherapeuten in Hessen ihren Patienten eine Videosprechstunde an. 

Hintergrund

Für die Sonderauswertung zur den Arbeitsunfähigkeiten im ersten Halbjahr 2020 hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer derzeit rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen darunter über 491.000 aus Hessen, von 1. Januar bis Ende Juni 2020 ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I. 
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hat die Zahl der Ärzte und Psychotherapeuten, die eine Videosprechstunde anbieten, mit Stand Ende des zweiten Quartals 2020 ermittelt.