TK: Herr Dr. Mai, hat die Corona-Pandemie zu einem neuen Verhältnis zwischen Medizin und Pflege geführt?

Dr. Markus Mai: Als berufsständische Selbstverwaltung der rheinland-pfälzischen Pflegefachpersonen setzt sich die Landespflegekammer bereits seit ihrer Gründung für ein besseres Verhältnis zwischen Medizin und beruflicher Pflege ein. Gerade zu Pandemiezeiten spielen interprofessionelle Beziehungen zwischen den einzelnen Heilberuflern eine wichtige Rolle.

Dabei sollten die jeweiligen Kompetenzen nicht außer Acht gelassen werden. So hat der Gesetzgeber im Rahmen der Coronaepidemie heilkundliche Kompetenzen auf die professionell Pflegenden übertragen. Unserer Berufsgruppe hat man mit diesem Schritt gezeigt, was man ihr wirklich zutraut. Letztlich wurde von den Ausnahmeregelungen glücklicherweise aufgrund des bis Dato relativ günstigen Verlaufs in Deutschland wenig Gebrauch gemacht.

Nicht nur in Krisenzeiten müssen wir uns für eine Verbesserung der interprofessionellen Beziehung aussprechen. Hierbei handelt es sich um ein strukturelles Problem, das nachhaltig gelöst werden muss. Pandemie hin oder her. Für die Zukunft wünsche ich mir somit, dass die gegenseitige Anerkennung gestärkt und die interprofessionelle Zusammenarbeit auf sogenannter Augenhöhe weiter ausgebaut wird. Zum Wohle unseres Gesundheitssystems und der pflegerischen Versorgung hierzulande! 

Dr. Markus Mai

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Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz