Mainz, 28. April 2021. Die Menschen in der Rhein-, Main- und Saar-Region sind mit ihrem Gesundheitssystem zufrieden. Das geht aus dem aktuellen Meinungspuls hervor, den die Techniker Krankenkasse (TK) heute vorgestellt hat. 86 Prozent der Befragten in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland beurteilten demnach die Strukturen und Prozesse im Gesundheitswesen positiv. 

Dennoch gibt es einen Wunsch nach Veränderung. So sind fast drei Viertel der Menschen in der Region der Meinung, dass das Gesundheitssystem zwar prinzipiell gut sei, halten aber stellenweise Reformen für notwendig. "Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass das Gesundheitssystem gut funktioniert - aber eben auch, welche Schwächen es aufweist", betont Jörn Simon, Leiter der Landesvertretung der TK in Rheinland-Pfalz. "Insbesondere die Themen der stationären Versorgung und der Digitalisierung haben uns im letzten Jahr stark beschäftigt. Hier gilt es nun, effiziente und zukunftsfähige Lösungen im Sinne der Versicherten zu finden."

Großes Interesse an digitalen Angeboten

Diese Schwerpunkte spiegeln sich auch in den Ergebnissen des Meinungspulses wider. So erachten neun von zehn Befragten es für wichtig oder sogar sehr wichtig, die Digitalisierung im Gesundheitsbereich sicher und patientenfreundlich auszubauen. Dass bestehende Angebote gut angenommen werden, zeigt die Meinung der Befragten zur elektronischen Patientenakte (ePA), die Anfang dieses Jahres bundesweit eingeführt wurde: 56 Prozent von ihnen halten das Konzept für eine gute Idee, weitere 27 Prozent sogar für eine sehr gute Idee.

Darüber hinaus steht eine große Mehrheit der Umfrageteilnehmenden der Möglichkeit von Video-Sprechstunden mit einem Arzt oder einer Ärztin offen gegenüber. Bis jetzt haben nur vier Prozent der Befragten schon einmal eine Video-Sprechstunde besucht. Fast drei Viertel der Menschen in der Region, die noch an keiner Videosprechstunde teilgenommen haben, wären jedoch bereit, ein solches Angebot wahrzunehmen. 
Jörn Simon: "Die Digitalisierung hat das Potential, die medizinische Versorgung zu verbessern, indem sie bestehende Prozesse im Gesundheitswesen vereinfacht und sich große Datenmengen sicher und effektiv zunutze macht. Deshalb sind wir überzeugt, dass die elektronische Patientenakte zum digitalen Herzstück der Versorgung werden muss, und sprechen uns für den Ausbau telemedizinischer Angebote - wie z. B. der Videosprechstunde  aus.“

Dabei sieht die TK auch die bundesweite Gesundheitspolitik in der Verantwortung, die nötigen Weichen zu stellen, etwa durch einen schnellen und flächendeckenden Breitband-Ausbau. Zudem könnte die tagesaktuelle Übermittlung von Diagnose- und Behandlungsdaten im ambulanten Bereich, d. h. in Arzt- und Facharztpraxen, dazu beitragen, die Analyse von Daten zu beschleunigen, was gerade in Pandemiezeiten einen Wissensvorsprung schaffen könnte. 

Mehr Qualität im Krankenhaus

Auch die stationäre Versorgung im Krankenhaus ist den Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland ein dringendes Anliegen. Die Hälfte der Befragten befürwortet, dass Krankenhäuser sich spezialisieren, auch wenn das für die meisten Patientinnen und Patienten weitere Wege bedeuten würde. Mehr als 90 Prozent von ihnen wünschen sich eine bessere Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. 

"Krankenhäuser, die sich auf bestimmte Behandlungen spezialisieren, gewinnen an Erfahrung und Routine, was wiederum der Behandlungsqualität zugutekommt. Das gleicht eventuell verlängerte Anfahrtswege mehr als aus. Im Rahmen einer Krankenhausreform müssen daher Anreize für mehr Konzentration und Spezialisierung geschaffen werden. Gleichzeitig sollten auch die Fallpauschalen, die Krankenhäuser derzeit erhalten, modifiziert werden, indem besondere Qualität belohnt würde“, so Simon.

Die TK setzt sich außerdem für sektorenübergreifende Konzepte ein, die den ambulanten und stationären Bereich stärker miteinander verbinden, um so insbesondere in ländlichen Gebieten die medizinische Versorgung sicherzustellen.

Leistungsumfang der Krankenversicherung erhalten

Die Herausforderungen, vor denen das Gesundheitssystem steht, treffen auf eine zunehmend angespannte Finanzlage in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Neun von zehn Befragten in der Rhein-, Main- und Saar-Region rechnen deshalb damit, dass die Beiträge zur GKV in Zukunft steigen werden. Sieben von ihnen würden diese erhöhte Belastung jedoch in Kauf nehmen, um die Leistungen der Krankenversicherung in ihrem vollen Umfang zu erhalten.

Vertrauen in Pandemie-Bewältigung

Gute Nachrichten liefert der Meinungspuls in Hinblick auf die Bewältigung der Corona-Pandemie. Vier von fünf Befragten (81 Prozent) beurteilen zum Zeitpunkt der Umfrage Januar 2021 das Krisenmanagement in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland insgesamt als positiv, 30 Prozent beschreiben es sogar als sehr gut. Letzteres ist im bundesweiten Vergleich der höchste Zufriedenheitsgrad.

Weitere Ergebnisse des TK-Meinungspuls 2021 Presseinfografiken sowie die Positionen der TK zur Bundestagswahl stehen auf www.tk.de/bundestagswahl zur Verfügung.  
 

Hinweis an die Redaktion

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Januar 2021 bundesweit 2.001 Erwachsene zum Gesundheitssystem befragt. Die Befragten repräsentieren einen Querschnitt der volljährigen Bevölkerung in Deutschland.