Wie wird Versorgung zukunftsfähig gestaltet? Mit welchen Ansätzen könnte die verfestigte Trennung der Sektoren am ehesten überwunden werden? An welchem Punkt könnte man speziell in einer Metropolregion wie Hamburg starten, und welche zukunftsweisenden Projekte werden bereits umgesetzt? Das war das Thema des diesjährigen Neujahrsempfangs der TK-Landesvertretung Hamburg.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, begrüßte die rund 70 geladenen Gäste aus dem Hamburger Gesundheitswesen, der Politik und Wissenschaft. In ihrem Grußwort blickte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks auf das vergangene Jahr zurück und bemerkte, mit welch hoher Schlagzahl der Koalitionsvertrag umgesetzt wird. In Hamburg stünden in diesem Jahr unter anderem die Themen Pflegekräfte und Krankenhausplanung auf der Agenda. Dass die sektorenübergreifende Versorgung zu den größeren Herausforderungen zähle, mache die extra geschaffene Bund-Länder-Arbeitsgruppe deutlich, der sie angehöre. Hier werde vor allem der Bedarf an mehr Kommunikation und Koordination zwischen dem ambulanten und stationären Sektor deutlich. Sie unterstrich, dass es bundesweit ein deutliches Potential zur Ambulantisierung gebe und eine genaue Planung der Kapazitäten auch in Hamburg nötig sei, um dieses Potential künftig besser auszuschöpfen.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Cornelia Prüfer-Storcks. Gesundheitssenatorin in Hamburg

Auf dem Weg zu einer sektorübergreifenden Versorgung

Prof. Dr. Jonas Schreyögg vom Lehrstuhl für Management im Gesundheitswesen am Hamburg Center for Health Economics an der Universität Hamburg  hob in seiner Impulspräsentation hervor, dass die fragmentierte Versorgung eines der zentralen Probleme des deutschen Gesundheitssystems sei und eine erhebliche volkswirtschaftliche Relevanz aufweise.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Lehrstuhl für Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg

Er identifizierte auf Basis des von ihm mit erarbeiteten, jüngsten Gutachtens des Sachverständigenrats Gesundheit Potentiale, die die Sektorengrenzen aufbrechen könnten, darunter die Stärkung von Verträgen zur besonderen Versorgung, Medizinischen Versorgungszentren und Ärztenetzen. Wichtig sei aber insbesondere eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen, vor allem eine sektorenübergreifende Planung zur Vermeidung von Doppelstrukturen sowie eine sektorenübergreifende Vergütung, wodurch wichtige Impulse gesetzt würden. Zugleich brauche man eine höhere Flexibilität zur Ausgestaltung von Verträgen im Kassenwettbewerb. Mögliche Startpunkte für die Umsetzung einer sektorenübergreifenden Versorgung sah Schreyögg in den Bereichen Notfallversorgung und Digitalisierung als Grundvoraussetzung für einen Datenaustausch zwischen den Sektoren.

Präsentation Prof. Dr. Jonas Schreyögg (PDF, 987 kB)

 

Dr. Michael Wünning, Chefarzt im Zentrum für Notfall- und Akutmedizin am Marienkrankenhaus in Hamburg, berichtete über die Ein-Tresen-Lösung in seinem Haus und bekräftigte im Gespräch mit Dirk Schnack, dem Moderator des Abends, und Dr. Jochen Kriens, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, dass damit die Brüche zwischen den Sektoren überwunden und gemeinsam mehr erreicht werden könne. Kriens berichtete über das Konzept vom "Arztruf Hamburg 116 117" und gab Einblicke in die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung in Harburg.

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.

Dirk Schnack, Moderator, Daniel Cardinal, Leiter Versorgungsinnovation, Techniker Krankenkasse (v. l.)

In der Gesundheitsversorgung bessere Antworten als Apple und Co. zu geben, sei der Antrieb der TK, wenn es um die Entwicklung von digitalen Angebote für die Versicherten gehe, sagte Daniel Cardinal, TK-Geschäftsbereichsleiter Versorgungsinnovation, in seiner Vorstellung von TK-Safe. Die TK sehe es als ihre Aufgabe an, als großer Player ins Lead zu gehen und gemeinsam mit IBM die Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte in Deutschland maßgeblich voranzutreiben. Jörn Wessel, Geschäftsführer Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, erklärte abschließend, weshalb die Agaplesion-Gruppe sich als erste für einen Anschluss an TK-Safe entschieden habe.

Präsentation Daniel Cardinal TK-Safe (PDF, 553 kB)

Anschließend ließen die Gäste den Tag bei einem Imbiss und interessanten Gesprächen ausklingen.

Weitere Eindrücke des Abends gibt es auf Twitter unter dem Hashtag #Hamburgdiskutiert.