Saarbrücken, 29. März 2019. TK-Versicherte aus dem Landkreis Neunkirchen waren 2018 im Vergleich zu den anderen saarländischen Kreisen und dem Regionalverband Saarbrücken besonders lange krankgeschrieben. Das geht aus den Vorab-Daten des Gesundheitsreports 2019 der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Durchschnittlich 18,7 Fehltage je Erwerbsperson - das sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Empfänger des Arbeitslosengeldes I - gab es dort im vergangenen Jahr.

Allerdings lagen Sankt Wendel, Saarlouis und Merzig-Wadern jeweils nur knapp unter dem Wert von Neunkirchen (siehe Tabelle). Dagegen waren Erwerbstätige im Regionalverband Saarbrücken (17,2 Tage) und dem Saarpfalz-Kreis (17,1) im Jahr 2018 satte 1,5 Tage weniger krankgeschrieben als die in Neunkirchen. Trotzdem lagen auch deren Werte immer noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt (15,5). Insgesamt ist die Zahl der Fehltage sowohl im Saarland - mit Ausnahme des Landkreises Merzig-Wadern - als auch bundesweit angestiegen (siehe Tabelle).

Rückenbeschwerden und Atemwegserkrankungen große Faktoren

Im Landkreis Neunkirchen fielen die Menschen vor allem wegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems aus. Durchschnittlich 3,6 Tage waren sie wegen Rückenschmerzen und Co. krankgeschrieben und damit alleine 0,9 Tage mehr als der durchschnittliche Erwerbstätige in der Bundesrepublik. Im Landkreis Merzig-Wadern waren im Jahr 2018 vor allem Erkrankungen des Atmungssystems für die Fehlzeiten verantwortlich. Die Erwerbstätigen aus diesem Gebiet fielen im Schnitt 3,1 Tage wegen solcher Erkrankungen aus - 0,6 Tage mehr als im Bundesdurchschnitt.

"Die steigenden Krankentage sind kein gutes Zeichen. Ein Grund für den Anstieg könnte sein, dass die Belastung der Arbeitnehmer - aus welchem Grund auch immer - körperlich wie mental gestiegen ist. Für die Arbeitgeber bedeuten die Ausfälle vor allem wirtschaftliche Einbußen und möglicherweise sogar unzufriedene Angestellte", erläutert Daniel Konrad, Pressereferent der TK im Saarland. "Daher ist es wichtig, dass beide Seiten gemeinsam an einem Konzept arbeiten, das für die Arbeitnehmer gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und Entlastung schafft. So würden auch die Unternehmen wieder profitieren."

Ein funktionierendes betriebliches Gesundheitsmanagement ist wichtig

Gerade ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement sei dafür wichtig. Bewegte Pausen, Unterstützung bei einer gesunden Ernährung oder eine gesunde Einrichtung des Arbeitsplatzes sind nur wenige Beispiele für solche Maßnahmen. Weil die TK sich der Wichtigkeit dieser Maßnahmen bewusst ist, berät sie Unternehmen  und entwickelt mit ihnen individuelle Lösungen.

Saarland: Fehltage je Erwerbsperson 20182017
Neunkirchen18,718,2
Sankt Wendel18,616,6

Saarlouis

18,416,3
Merzig-Wadern18,218,3
Regionalverband Saarbrücken17,216,6
Saarpfalz-Kreis17,116,5
Deutschland15,515,1


Hinweis für die Redaktionen

Für den Gesundheitsreport 2019 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus, darunter knapp 45.000 aus dem Saarland. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.