Die Enquetekommission "Sicherstellung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung in Niedersachsen - für eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung" tagt seit einigen Wochen und hat sich als erstes der Erörterung des Themas "Notfallversorgung" angenommen.

Auch auf Bundesebene befasst sich der Bundesgesundheitsminister gerade mit dem Thema und hat Eckpunkte für eine Reform der Notfallversorgung vorgestellt. Diese sehen eine gemeinsame Notfallleitstelle für die Notfallrufnummern 112 und 116 117, gemeinsam von Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenhäusern betriebene integrierte Notfallzentren (INZ) und einen eigenständigen Leistungsbereich für den Rettungsdienst im SGB V vor.

Eckpunkte des BMG als Blaupause

Die Eckpunkte des BMG können bei der Neustrukturierung der Notfallversorgung in Niedersachsen als Blaupause dienen und bieten gute Impulse und Vorarbeiten für die Umsetzung.

Zur Verbesserung der Patientensteuerung ist es auch in Niedersachsen sinnvoll, gemeinsame Notfallleitstellen zu bilden, die über die Rufnummern 112 und 116 117 rund um die Uhr erreichbar sind. Eine vernünftige Ausgestaltung der zukünftigen Notfallversorgung kann nur gemeinsam gelingen.

Gemeinsame Leitstellen 

Wichtig bei der Einrichtung ist eine bereits in der Gemeinsamen Notfallleitstelle vorgesehene Triage, um schon an dieser Stelle auf eine Vermittlung in die angemessene Versorgungsebene hinzuwirken. Die TK wie auch der GKV-SV fordern bereits länger, gemeinsame Leitstellen für die Notfallversorgung der KV und des Rettungsdienstes zu etablieren.

Die Vorschläge des BMG über die Errichtung von INZ an ausgewählten Kliniken sind zu begrüßen. Aufgrund der nicht reibungslos funktionierenden Abstimmung der drei Leistungsbereiche - KV-Notdienst, stationäre Notfallversorgung und Rettungsdienst - ist die Umsetzung in Niedersachsen sinnvoll.

Ganz wichtig ist dabei die mehrfache Triage - sowohl zu Beginn bei der Leitstelle als auch nochmals bei der INZ für die Patienten, die von der Integrierten Leitstelle dorthin vermittelt wurden oder eigenständig den Weg gefunden haben. Nur so kann die oftmals medizinisch unbegründete Inanspruchnahme von Notdienst und Notaufnahme unterbunden werden.

Die in Niedersachsen bereits eingerichteten Bereitschafts- und Portalpraxen sind von ihrer Struktur her den INZ bereits sehr ähnlich und können sehr gut in die INZ überführt werden. So lassen sich perspektivisch Doppelstrukturen und unklare Zuständigkeiten vermeiden.