Im Entwurf des Gesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung (TSVG) sind Änderungen bei der Gründung, Fortführung und Anstellung von Ärzten in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) vorgesehen. Demnach sollen die Gründungsmöglichkeiten für bestimmte Träger von MVZ beschränkt werden. Außerdem dürfen MVZ zukünftig auch von anerkannten Praxisnetzen in unterversorgten Regionen gegründet werden. Gründungsvoraussetzungen liegen auch für angestellte Ärzte des MVZ vor, wenn diese das MVZ übernehmen. Es wird klargestellt, dass eine Träger-GmbH mehrere MVZ tragen kann. Bei der Nachbesetzung einer Arztstelle im MVZ erfolgt eine Bedarfsprüfung.

Ausbau der zahnärztliche MVZ begrenzen und Interessenkonflikte vermeiden

Aus Sicht der TK bilden MVZ eine gute Möglichkeit, die Kooperation verschiedener Fachrichtungen zu organisieren und dem gestiegenen Bedürfnis vor allem junger Ärztinnen und Ärzte nach einer Tätigkeit im Angestelltenverhältnis Rechnung zu tragen. Die TK begrüßt die Intention des Gesetzgebers, den Rechtsrahmen für MVZ so zu gestalten, dass Versorgungsprobleme besser adressiert werden können und Überversorgung vermieden wird. Die Änderungen der Voraussetzungen für die Gründung von MVZ haben zum Ziel, Probleme bei der Fortführung bestehender MVZ zu lösen und Gründungsmöglichkeiten dort zu verbessern, wo Versorgungsprobleme bestehen.

Die TK schlägt weitergehende Änderungen für den zahnärztlichen Bereich vor. Dort tragen MVZ nicht zu einer besseren fachübergreifenden Patientenversorgung bei. Hier hat sich im Gegenteil gezeigt, dass die gesetzlichen Möglichkeiten dazu genutzt werden, fachgruppengleiche zahnärztli-che MVZ in Ballungszentren zu gründen. Die eigentliche Zielsetzung, die Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Gebieten sicherzustellen, wird damit nicht erreicht. Vor diesem Hintergrund sind die Vorschläge des Bundesrates, welche neben räumlich-regionalen und fachlichen Be-schränkungen zur Neugründung eines MVZ auch die Möglichkeit einer zahlenmäßigen Begren-zung für angestellte Zahnärzte durch die Bundesmantelvertragspartner vorsehen, zu begrüßen.

Für alle Bereiche gilt es jedoch, Interessenskonflikte zwischen den Investoren und den MVZ zu vermeiden. Interessenkonflikte können entstehen, wenn die Investoren nicht nur am Ergebnis des MVZ beteiligt werden, sondern ein darüber hinaus gehendes Interesse an bestimmten Umsätzen im MVZ zum Beispiel durch die Belieferung mit eigenen Medizinprodukten oder die Abgabe von eigenen Geräten haben.