Magdeburg, 17. Juni 2020. "Die Corona-Pandemie hat sehr deutlich gezeigt, welches Potential die Digitalisierung für das Gesundheitswesen hat. Prozesse, die zuvor überwiegend oder ausschließlich analog stattfanden, wurden innerhalb kürzester Zeit digitalisiert. Telemedizinische Angebote wie beispielsweise die Videosprechstunde können aber nur dann dauerhaft die Gesundheitsversorgung gerade in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts sinnvoll ergänzen, wenn der Datentransfer reibungslos klappt. Da sollte es ohne Belang sein, wo man sich zwischen Harz und Havel gerade aufhält", unterstrich Steffi Suchant, Leiterin der Landesvertretung Sachsen-Anhalt der Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch im Landtag. 

Im Zuge einer öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission zur Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt forderte die Juristin die Landespolitik auf, den flächendeckenden Breitbandausbau konsequenter und schneller voranzutreiben und den "digitalen Elan" der Krise zu bewahren. "Es darf jetzt keine Rolle rückwärts geben. Das Land braucht einen konkreten Fahrplan, was es seiner Bevölkerung beim Thema Digitalisierung bieten will, und welche Punkte umzusetzen sind", plädierte Suchant. 

Behandlung per Onlinesprechstunde

Die TK arbeitet derzeit daran, bundesweit ein flächendeckendes Fernbehandlungsnetz zu knüpfen und bietet ihren Versicherten seit Anfang Juni die Möglichkeit, sich über eine Onlinesprechstunde von einem Arzt behandeln zu lassen. Dieser kann zudem auch eventuell benötigte Medikamente verordnen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Das Behandlungsspektrum umfasst acht Krankheitsbilder vom grippalen Infekt über Magen-Darm-Infekt oder Migräne bis hin zu Rückenschmerzen und Corona-Symptomen.

Zusätzliche Partner jederzeit willkommen

Bei Arzneimittelverordnungen können die Versicherten zwischen einem klassischen Papierrezept und einem elektronischen Rezept wählen. Hierzu erhält der Versicherte einen QR-Code auf sein Smartphone, den er direkt an eine der teilnehmenden Apotheken weiterleiten kann. Durch den Botendienst der Apotheken ist auch eine Lieferung nach Hause inklusive einer kontaktlosen Übergabe des Arzneimittels möglich.

Wie die Kasse unterstreicht, versteht sich das Versorgungsangebot nicht als Konkurrenz für andere Apotheken oder Arztpraxen. Suchant: "Wir arbeiten fortlaufend an der Anbindung weiterer Leistungserbringer. Damit sind uns zusätzliche Partner jederzeit willkommen."

Weitere Informationen zur TK-OnlineSprechstunde gibt es unter www.tk.de (Suchnummer 2079660).