Die Versorgungslandschaft in Schleswig-Holstein weist starke Ungleichgewichte auf. So zeigt sich in den urbanen Gegenden teils eine Überversorgung, während es in manchen, meist ländlichen Bereichen, zu Versorgungsengpässen kommt.

Durch eine integrierte Planung könnten Effizienzreserven gehoben und ausgeglichen werden. Wenn die ambulante fachärztliche Versorgung vor Ort gut ausgestattet ist, kann das ambulante Leistungsspektrum der ansässigen Krankenhäuser entsprechend reduziert werden.

Umgekehrt sollten Krankenhäuser dort, wo die vertragsärztliche Versorgung vor Engpässen steht, in die ambulante Versorgung einbezogen werden können.

Die TK fordert deshalb, bei der Bedarfsplanung zukünftig das ambulante als auch das stationäre Versorgungsangebot gemeinsam zu betrachten.

Dabei könnte im ersten Schritt das Landesgremium nach § 90a SGB V den regionalen Bedarf ermitteln und planen. Im zweiten Schritt sollten jedoch die konkrete Kapazitätsplanung die Akteure übernehmen, die Versorgungs- und Finanzierungsverantwortung tragen: die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein und die Krankenkassen.

Die medizinische Versorgung kann in Zukunft nur funktionieren, wenn sie patientenorientierter gestaltet ist und die Leistungserbringer bei der Versorgung sektorenübergreifend zusammenarbeiten.
Sören Schmidt-Bodenstein

Hybrid-DRG rücken die richtige medizinische Indikation stärker in den Mittelpunkt

Ein zentraler Baustein einer modernen Versorgungslandschaft ist eine möglichst weitgehende Anpassung der Vergütung ambulant erbringbarer Leistungen. Die Höhe der Vergütung darf nicht als Entscheidungskriterium für Ort und Umfang der Versorgung herangezogen werden. Vielmehr muss die richtige medizinische Indikation im Mittelpunkt der Behandlung stehen.

Die TK schlägt daher vor, durch die Einführung von Hybrid-DRG stationäre und ambulante Vergütungssysteme zu harmonisieren. Dabei handelt es sich um Fallpauschalen für minder schwere Leistungen, die in gleicher Höhe vergütet werden, unabhängig davon, ob sie ambulant, tagesklinisch oder stationär erbracht werden.

Allein die medizinische Notwendigkeit entscheidet. Bei der Wahl des Behandlungssektors würden so finanzielle Aspekte in den Hintergrund treten. Grundlagen der Kalkulation von Hybrid-DRG sind zunächst der DRG-Fallpauschalenkatalog und der EBM, aus denen ein Mischpreis ermittelt wird. Darauf aufbauend sollte ein eigenständiger Hybrid-DRG-Fallpauschalenkatalog mit klar abgrenzbaren Leistungen etabliert werden.

Zukunftskonzept einer gestuften Krankenhausversorgung einführen

Die TK schlägt weiterhin vor, die Hybrid-DRG als Basis für ein Zukunftskonzept einer gestuften Krankenhausversorgung einzuführen. Dies sieht ein Spektrum von grundversorgenden Krankenhäusern bis zu Maximalversorgern vor, die ihre jeweilige Arbeit aufeinander abstimmen.

Mit dem "Zukunftsmodell Brunsbüttel" hat Schleswig-Holstein bereits eine Vorreiterrolle bei der Verzahnung von niedergelassenen Ärzten mit einer Klinik übernommen.

Die TK fordert darüber hinaus, grundsätzlich die strikte Trennung zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Fachärzten aufzuheben und in unterversorgten Gebieten integrierte Versorgungszentren zu errichten, um die Versorgung flächendeckend sicherzustellen.